Verbände

16. Neujahrsempfang der grünen Verbände in Thüringen

04.02.2013

Beim Neujahrsempfang der grünen Verbände in Thüringen zog die Branche eine positive Bilanz für das vergangene Jahr. Gleichzeitig mahnten Vertreter von bdla und FGL eine frühzeitige Planung der BUGA 2021 in Erfurt an.

Grüne Branche blickt optimistisch auf Auftragslage und Gartenschauen

Rund 110 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und Institutionen kamen Ende Januar zum traditionellen Neujahrsempfang der grünen Branche in Thüringen zusammen. Veranstaltungsort war der Kanonenhof des Deutschen Gartenbaumuseums in Erfurt. Ausgerichtet wurde das Treffen vom Landesverband des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) Thüringen sowie vom Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen (FGL).

Die Veranstaltung bot neben einem fachlichen Austausch auch Gelegenheit zum Netzwerken innerhalb der Branche. Musikalisch begleitet wurde der Abend vom Duo Krainhöfner-Otto aus Jena.

Positiver Rückblick auf das Branchenjahr

Die Begrüßung übernahm in diesem Jahr DGGL-Landesvorsitzende Martina Trebert stellvertretend für die drei veranstaltenden Verbände. Sie blickte auf ein erfolgreiches Jahr für Landschaftsarchitekten sowie Betriebe im Garten- und Landschaftsbau zurück.

Besonders hervorgehoben wurde das vielfältige Veranstaltungsprogramm der DGGL sowie erfolgreiche Kooperationen innerhalb der Branche. Als etabliertes Format bestätigte sich erneut die Aktion „Open Gardens“, bei der private Gartenbesitzer in verschiedenen Regionen Thüringens ihre Anlagen für Besucher öffnen.

Zugleich erinnerte Trebert an wichtige Jubiläen innerhalb der Verbände. Während die DGGL im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feierte, blickt der bdla auf sein 100-jähriges Jubiläum.

Gartenschauen als wichtige Impulse

Mit Blick auf kommende Projekte richtet sich der Fokus der Branche auf mehrere Gartenschauen in Thüringen. Die Landesgartenschauen in Schmalkalden 2015 und Apolda 2017 gelten als wichtige Meilensteine für den Garten- und Landschaftsbau sowie für die touristische und städtebauliche Entwicklung der Regionen.

Gleichzeitig verwies Trebert darauf, die Bedeutung der Landesgartenschauen nicht aus dem Blick zu verlieren, wenn im Jahr 2021 erneut eine Bundesgartenschau (BUGA) in Thüringen stattfinden soll.

„Die Tradition der Gartenschauen muss fortgesetzt werden.“

Kritik am Planungsprozess der BUGA 2021

Weniger zufrieden zeigten sich die beteiligten Verbände mit dem bisherigen Planungsverlauf der BUGA 2021 in Erfurt. Aus Sicht der Branchenvertreter müsse die inhaltliche Planung stärker in den Mittelpunkt rücken.

„Bedauerlicherweise diskutiert man derzeit in Erfurt mehr politisch statt inhaltlich. Die größte Gefahr ist es immer, alles hinauszuschieben, weil es auf dem Papier noch so lange dauert. Aber eine vernünftige Planung braucht Zeit. Ein Park soll nicht zwei Tage vor der Eröffnung fertig sein, sondern im Idealfall ein, zwei Jahre früher.“

Mit dem 4. Studentenwettbewerb Mitteldeutschland soll zusätzliche Dynamik in die Diskussion um die Gestaltung der BUGA gebracht werden.

Fachkräftemangel als Herausforderung

Ein weiteres Thema, das die Branche zunehmend beschäftigt, ist der Nachwuchs. Nach Einschätzung des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen wird die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte künftig eine der zentralen Herausforderungen darstellen.

„Für den Berufsstand insgesamt wird wohl die Beschaffung von guten Arbeitskräften zunehmend ein Problem werden. Junge Leute fehlen um die Altersabgänge auszugleichen. Der Kampf um die Auszubildenden wird härter und kostspieliger.“

Trotz dieser Herausforderungen blickten die Verbände insgesamt optimistisch auf das neue Jahr. Insbesondere die weiterhin stabile Auftragslage, getragen von Projekten aus der Privatwirtschaft, sorgt für Zuversicht innerhalb der Branche.

Grußwort der Landesregierung

Das Grußwort der Thüringer Landesregierung überbrachte Christian Carius, Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr. Er würdigte das Engagement der grünen Verbände für die Gestaltung lebenswerter Landschaften und öffentlicher Räume.

„Sie geben einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Alltags- und Hochkultur. Attraktive Landschaftsanlagen steigern das Wohlbefinden einer Gesellschaft.“

Die Kritik am Planungsprozess der BUGA nahm der Minister zur Kenntnis, betonte jedoch zugleich, dass das Land die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen habe.

„Von Landesseite sind wir auf einem guten Wege. Der Ball liegt nun bei der Stadt Erfurt. Sie muss wissen, was sie bewegen will.“

Unterstützt wurde der 16. Neujahrsempfang durch Unternehmen aus der Branche, darunter Rinn Beton- und Natursteine, die Baumschule Lorberg sowie die Leipziger Leuchten GmbH.

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