Klima- und Umweltschutz, Pflanzen und Pflanzenteile

Anhaltende Trockenheit und Stickstoffeinträge gefährden biologische Vielfalt

Die globale Freisetzung von Stickstoff hat sich in den letzten vier Jahrzehnten verdreifacht und bedroht die biologische Vielfalt. Stickstoffliebende Pflanzen verdrängen andere Arten, während Trockenperioden die Situation verschärfen. Eine Reduzierung der Stickstoffeinträge ist dringend notwendig.

Globale Stickstoffzunahme und ihre Folgen

Die Menge des global freigesetzten Stickstoffs hat sich in den letzten vier Jahrzehnten verdreifacht. Dieser Trend hält an und gefährdet die biologische Vielfalt langfristig.

Stickstoffliebende Pflanzen wie Brennnessel und Brombeere verdrängen andere Arten. Grasfluren überwuchern Lebensraumtypen, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst sind, wie Hochmoore oder Heiden. Diese Lebensräume drohen dadurch verloren zu gehen.

Stickstoffliebende Pflanzen - wie die Brennnessel und die Brombeere - verdrängen andere Arten. Grasfluren überwuchern ganze Lebensraumtypen, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst sind - wie Hochmoore oder Heiden - die damit verloren zu gehen drohen.

Probleme entstehen auch in Kombination mit anhaltenden Trockenperioden, wie sie derzeit in vielen Regionen Ostdeutschlands auftreten. Die sich ausbreitenden stickstoffliebenden Gräser bedrohen bei Trockenheit in Wäldern die Wasserverfügbarkeit für Bäume.

Die zu hohen Stickstoffeinträge stammen aus intensiver Tierhaltung, der Verwendung von Handelsdüngern und der Verbrennung fossiler Stoffe. Sie belasten 98 Prozent der empfindlichen Naturräume in Deutschland. Stickstoff wirkt versauernd und eutrophierend, also einseitig düngend, auf Böden.

Das daraus resultierende unausgewogene Nährstoffangebot und der Säurestress sind für viele Pflanzen und Bodenlebewesen schädlich. Die Angleichung der Lebensbedingungen in der Natur auf ein zunehmend versauertes, eutrophiertes Niveau reduziert die biologische Vielfalt. Pflanzenarten, die an nährstoffarme und weniger saure Bedingungen angepasst sind, haben langfristig geringe Überlebenschancen. Zahlreiche für Magerstandorte typische Pflanzenarten, wie viele Flechten und Orchideen, stehen bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verpflichteten sich mit der Richtlinie zu Nationalen Emissionsobergrenzen sowie in der Genfer Luftreinhaltekonvention, die Eutrophierung und Versauerung bis 2010 im Vergleich zu 1990 deutlich zu reduzieren. Auch die UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD) erkennt das Problem und bezeichnet die Stickstoffbelastung als Risiko für die Biodiversität.

Um die erforderliche Minderung des Stickstoffeintrags zu erreichen, sind erhebliche Anstrengungen, vor allem in der Landwirtschaft, notwendig.

Stickstoff als Ammoniak kommt zu 95 Prozent aus der Landwirtschaft. Wir haben also im Landbau noch einiges vor uns, dieser muss die Stickstoffemissionen deutlich reduzieren. Landwirte können die Stickstoffeinträge in die Umwelt beispielsweise mit einer optimierten Fütterung und einem geringeren Stickstoffdüngereinsatz im Pflanzenbau mindern. Gülle sollte besser über Biogasanlagen vergoren und erst dann als Dünger auf die Felder gebracht werden. Das reduziert den Stickstoffeintrag und produziert gleichzeitig klimafreundliche Energie.

10.06.2008

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