Bedeutung und Herausforderungen urbaner Grünflächen
Grünflächen wie Parks, Plätze, Kinderspielplätze, Sport- und Freiflächen sowie Friedhöfe sind wesentliche Bestandteile urbaner Lebensräume. Sie erfüllen vielfältige Funktionen, die von der Erholung der Bürger bis zur ökologischen Bedeutung reichen.
Innerstädtische Grünanlagen werden intensiv genutzt und dienen der Ruhe und Erholung. Oft sind sie auch Träger lokaler Kultur und Geschichte, was sie zu einer Visitenkarte für Städte macht. Dies trägt zur Imagewerbung bei, beispielsweise im Tourismus, und kann ein Standortvorteil für Unternehmen oder Sponsoren sein. Zunehmend wichtiger wird ihre Rolle für das Stadtklima sowie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. In Berlin sind beispielsweise rund 4.500 Arten wildlebender Tiere und Pflanzen zu finden.
Städte stehen vor der Herausforderung, auf veränderte Nutzungsansprüche der Bevölkerung zu reagieren und Grünflächen entsprechend zu qualifizieren. Gleichzeitig sehen sich die Verantwortlichen mit einer Reduzierung der öffentlichen Mittel für Pflege und Instandhaltung konfrontiert.
Die Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) beim Deutschen Städtetag unterstützt eine Promotionsarbeit an der TU Berlin. Diese Arbeit zielt darauf ab, ein transparentes Bewertungsverfahren und Planungsvorschläge für Veranstaltungen im öffentlichen Raum zu entwickeln, basierend auf sachverständigen Erfahrungen. Eine zugehörige Internetseite bietet Sammlungen betriebswirtschaftlicher Kennzahlen für Investitionen sowie Pflege und Unterhaltung verschiedener Grünanlagentypen. Diese Kennzahlen dienen als Hinweise für die kommunale Personal- und Maschinenplanung.
Erhaltung der Qualität von Stadtbäumen
Die regelmäßige Baumkontrolle ist eine zentrale Aufgabe im öffentlichen Grün und ergibt sich aus der Verkehrssicherungspflicht. Eine korrekte Beurteilung des Baumzustandes ist zudem Voraussetzung für Planungen zur Ergänzung oder Erneuerung des Baumbestandes und zur Verbesserung der Standortbedingungen. Die Ergebnisse dieser Beurteilung fließen in die Haushaltsplanung ein, informieren politische Entscheidungsträger und unterstützen die Öffentlichkeitsarbeit.
Kommunen haben bei Neu- oder Ersatzpflanzungen die Möglichkeit, optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Dies ist aus langfristigen, wirtschaftlichen Gründen empfehlenswert, da gesunde Bäume geringere Unterhaltungskosten verursachen als Bäume an Problemstandorten. Die Wahl der richtigen Arten und Sorten ist ebenfalls entscheidend, um zukunftsorientierte Baumbestände zu etablieren. Neue Krankheiten und Schädlinge sowie unterschiedliche Toleranzen gegenüber Umwelteinflüssen wie Temperatur, Wasserversorgung und Windexposition beeinflussen die Sortimente, die in Städten verwendet werden.
Das wirtschaftliche Potenzial des Vergaberechts nutzen
Das öffentliche Auftragswesen hat eine erhebliche ökonomische Bedeutung. Rund ein Fünftel des EU-Bruttoinlandsproduktes resultiert aus öffentlichen Ausschreibungen für Lieferungen, Dienstleistungen und Bauarbeiten, die europäische Städte und Gemeinden jährlich durchführen. Das Europaparlament arbeitet an neuen Regeln, um den Umgang mit öffentlichen Geldern effektiver und transparenter zu gestalten.
Ein wichtiger Schritt ist es zu wissen, dass der niedrigste Preis nicht das entscheidende Kriterium für die Vergabe eines Auftrags ist. Gewinnen sollte das Angebot, das alles in allem am wirtschaftlichsten ist. Die richtige Qualität auszuschreiben und dann bei der Anlieferung auch zu erkennen, erfordert zum Beispiel bei Baumschulpflanzen hohe Sach- und Fachkenntnis. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) bietet in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) Qualitätsseminare für Gehölzabnahmeberater und stellt in der Broschürenreihe "Erkennen Sie Qualität" praxiserprobte Hilfen für Kommunen zur Verfügung.
