Entwicklung des Auftragseingangs im Bauhauptgewerbe
Der reale, also preisbereinigte, Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe verzeichnete im Februar 2021 einen Rückgang. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag dieser Wert saison- und kalenderbereinigt 3,7 Prozent unter dem Niveau des Vormonats Januar 2021.
Im Vergleich zum Februar 2020 zeigte sich jedoch ein Anstieg. Der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang war im Februar 2021 um 3,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Betrachtet man die ersten beiden Monate des Jahres 2021, so stiegen die realen Auftragseingänge gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent.
Der nominale Wert der Neuaufträge im Bauhauptgewerbe erreichte im Februar 2021 rund 7,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 7,6 Prozent gegenüber dem Februar 2020 und stellt den höchsten jemals in einem Februar in Deutschland gemessenen Wert dar. Für die ersten zwei Monate des Jahres 2021 erhöhten sich die nominalen Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent.
Bei der Interpretation von Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume von Bedeutung. Der Vergleich zum Vormonat oder Vorquartal dient der Analyse der kurzfristigen konjunkturellen Entwicklung. Der Vorjahresvergleich hingegen ermöglicht einen längerfristigen Niveauvergleich und ist unabhängig von saisonalen Schwankungen.
Insbesondere in Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise können starke Schwankungen zu unterschiedlichen Ergebnissen in den Vormonats- und Vorjahresvergleichen führen. Beide Betrachtungsweisen sind relevant, um sowohl die aktuelle konjunkturelle Entwicklung als auch den Fortschritt eines möglichen Aufholprozesses im Vergleich zum Vorjahresniveau zu beurteilen.
