Jahresrückblick und Ausblick der Baumschulbranche
Der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. hielt seine Mitgliederversammlung im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer S-H in Ellerhoop ab. Dabei wurden Angelika Steffen aus Rellingen als stellvertretende Vorsitzende und Mathias Münster aus Elmshorn als Schatzmeister in ihren Ämtern bestätigt.
Die Baumschulen im Norden, traditionell im Pinneberger Baumschulland konzentriert, beschäftigen rund 3.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen jährlichen Produktionswert von etwa 180 Millionen Euro. Die Marktlage im Jahr 2019 wurde positiv bewertet.
Ein guter Absatz bei lebhafter Nachfrage über das gesamte Sortiment, viele Artikel sind bereits verknappt. Momentan erzielen wir für unsere Gehölze wieder bessere Preise. Wegen der z.T. geringen Erntemengen und der explodierenden Kosten ist ein gutes Betriebsergebnis aber keinesfalls sicher!
Die Akzeptanz von Preissteigerungen durch die Abnehmer deutet darauf hin, dass die Pflanze wieder mehr Wertschätzung erfährt. Ein positiver Umwelttrend wird als förderlich für den Absatz von Gehölzen wahrgenommen.
Als wachstumsbegrenzender Faktor in der Branche wurde der akute Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel identifiziert. Eine Drittstaatenlösung wird als notwendig erachtet, um die Marktstellung der Agrarwirtschaft und der Baumschulen zu sichern.
Aktuelle Themen und Herausforderungen
BdB-Vizepräsident Bernhard von Ehren gab einen Überblick über die aktuellen Themen des Berufsstandes. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat eine Studie zur Einrichtung eines Entschädigungsfonds für Betriebsausfallschäden durch EU-Quarantäneschädlinge initiiert, in die der BdB als Mitglied des Forschungsbeirats eingebunden ist. Bei der Umsetzung des EU-Pflanzenpasses in nationales Recht hat der Verband ebenfalls mitgewirkt. Es besteht Unsicherheit bezüglich der europaweiten und bundeslandinternen Umsetzung.
Eine zentrale Herausforderung ist die öffentliche Wahrnehmung der agrarischen Produktion, einschließlich der Baumschulwirtschaft, insbesondere in Bezug auf Pflanzenschutz und Torf. Es wird betont, dass gesellschaftliche Entwicklungen nicht aufzuhalten sind. Daher wird ein konstruktiver Dialog mit Politik, Ministerialverwaltung und Umweltverbänden geführt, um eine neue Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Ziel ist es, das positive Image der Pflanzen mit dem teils negativ wahrgenommenen Bild der Produktion zu verbinden und die Umweltleistungen der Branche sowie neue Ansätze in der umweltschonenden Produktion verständlich zu kommunizieren.
Chancen durch den Klimawandel
Der Klimawandel wird auch als Chance für den Berufsstand gesehen, da er zu einer zunehmenden Wertschätzung von Gehölzen führt. Gehölze binden CO2 und werden somit als Schlüssel zur Problemlösung betrachtet. In diesem Kontext wird die EU-Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ gemeinsam mit anderen europäischen Baumschul-Verbänden fortgesetzt.
In Deutschland wird das Lobbying zusammen mit Verbündeten wie dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) und dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) in der „Initiative Grün für Stadt und Land“ verstärkt. Ziel ist es, in der öffentlichen Diskussion als Problemlöser wahrgenommen zu werden, was sich positiv auf den Absatz der Produkte und die Sicherung einer motivierten Mitarbeiterschaft sowie qualifizierten Nachwuchses auswirken soll.


