Konzept und Finanzierung des Entschädigungsfonds
Der Kernpunkt des vorgeschlagenen Fonds ist die finanzielle Entschädigung von Betrieben, deren Pflanzenbestände aufgrund des Auftretens von Quarantäneschaderregern amtlich vernichtet werden müssen. Neben dem reinen Pflanzenwert soll der Fonds auch die finanziellen Auswirkungen einer faktischen Betriebssperrung abfedern, die durch ein amtlich angeordnetes, mehrjähriges Verkaufsverbot entstehen kann. Das BMEL hat eine inhaltliche Prüfung des Konzepts zugesagt.
Nach Vorstellungen des BdB soll der Fonds durch eine Kombination aus öffentlichen und privaten Mitteln finanziert werden. Ziel ist es, dass der Fonds innerhalb von zehn Jahren ein Volumen von etwa 55 Millionen Euro erreicht.
Wir stellen uns vor, dass der Fonds innerhalb von zehn Jahren auf etwa 55 Millionen Euro anwächst. Hierzu soll die Branche jährlich 500.000 Euro und der Bund und die Länder 5 Millionen Euro in den Fonds einzahlen.
Besonderheiten der Baumschulproduktion als Begründung
Die Notwendigkeit einer substanziellen Mittelausstattung des Fonds begründet Selders mit den Besonderheiten der Baumschulproduktion. Im Gegensatz zu einjährigen Kulturen oder Pflanzen aus Gewächshäusern, handelt es sich bei Baumschulkulturen um mehrjährige Gehölze.
Während ein landwirtschaftlicher Betrieb bei einer Vernichtung nur die Ernte eines Jahres verliert, sind bei uns Kulturen, die bis zu zehn Jahre oder länger im Betrieb wachsen, von Vernichtung bzw. von einem Vermarktungsverbot betroffen. Für eine Baumschule ist das Auftreten eines Quarantäneschädigers und damit verbundene amtliche Vernichtungs- und Sperrungsmaßnahmen der wirtschaftliche Ruin. Der Fonds kann hier eine notwendige Überbrückungsleistung bieten.
Dringlichkeit angesichts des Feuerbakteriums
Angesichts der schnellen Ausbreitung des Feuerbakteriums in Europa mahnt der BdB zur Eile bei der Einrichtung des Entschädigungsfonds.
Insbesondere durch die intensiven Handelswege von mediterranen Pflanzen, die nicht selten in Baumärkten und Gartencentern gehandelt werden, besteht eine hohe Gefahr der Einschleppung des Feuerbakteriums. Gerade deshalb ist eine schnelle Lösung im Sinne der deutschen Baumschulwirtschaft dringend geboten.
