Messen und Veranstaltungen, Pflanzen und Pflanzenteile

Pflanzung von Forst- und Landschaftsgehölzen im Pinneberger Baumschulland

Im Pinneberger Baumschulland wurden 6.000 Forst- und Landschaftsgehölze gepflanzt. Auszubildende nutzten historische Werkzeuge im Rahmen ihres Berufsschulunterrichts. Diese Maßnahme unterstreicht die Qualität der gärtnerischen Ausbildung in der Region.

Praktische Ausbildung mit historischen Werkzeugen

Auf einem Teilbereich der 2.100 m² großen Ausstellungsfläche für "Lebendige Kulturlandschaften" wurden 6.000 Forst- und Landschaftsgehölze aus zehn Pflanzengattungen durch Baumschul-Auszubildende gepflanzt. Diese Maßnahme erfolgte im Rahmen des praxisbezogenen Berufsschulunterrichts und nutzte historische Werkzeuge aus dem Deutschen Baumschulmuseum. Die gärtnerische Ausbildung im Pinneberger Baumschulland gilt seit Generationen als Qualitätsnachweis.

Unter Anleitung von Lehrern Dietmar Nass und Peter Hendricks sowie den Baumschul-Betriebsinhabern Niels Reinke, Frans van Dijk Steffen, Klaus Fliegel und Peter Heydorn pflanzten 14 Berufsschüler des zweiten Lehrjahres der Fachrichtung Baumschule den Ausstellungsbereich. Forst- und Landschaftsgehölze sind traditionell ein Schwerpunkt im Pinneberger Baumschulland und trugen maßgeblich zu dessen Entwicklung zu einem der größten zusammenhängenden Baumschulgebiete weltweit bei.

Das Deutsche Baumschulmuseum stellte historische Geräte zur Verfügung, um den Auszubildenden verschiedene Produktionsverfahren zu vermitteln. Während heute halbautomatische Pflanzmaschinen eingesetzt werden, nutzten die Berufsschüler für das "Pinneberger Baumschulland" der IGS 2013 einen Einachs-Schlepper mit Rillenscheibe der Firma Agria und Keilspaten.

Ausstellungskonzept und Produktion

Die Verantwortlichen des Regionalmanagements "Pinneberger Baumschulland", Martina Schneekloth und Dr. Heike Meyer-Schoppa, erläuterten das Ausstellungskonzept. Zentrale Bestandteile sind die Darstellung der Ausbildung und der Arbeitsschritte in Baumschulen "früher und heute". Das Konzept basiert auf zwei Säulen. Die erste Säule ist die Pflanzung, bei der Besucher in einer Miniatur-Baumschullandschaft die typischen Anbauschwerpunkte schleswig-holsteinischer Baumschulen kennenlernen. Die beteiligten Baumschulbetriebe möchten damit die Produktion von Gehölzen und deren Wert vermitteln.

Themen wie Ausbildung, Vermehrung, Pflanzenschutz und umweltgerechte Produktion werden dabei behandelt. Während der Pflanzung durch die Schüler der Beruflichen Schule Elmshorn wurden erste Formgehölze gepflanzt und Solitäre beschnitten. Bereits gepflanzt wurden 810 Rosen, 122 Alleebäume und 91 Solitäre (Großsträucher). Zum Ausstellungsbeginn im April 2013 wird zusätzlich die Produktion von Pflanzen in Töpfen (Container) gezeigt. Diese werden über einen Bewässerungsteich versorgt. 800 Containerpflanzen sollen die moderne, umweltgerechte Produktion demonstrieren.

Die zweite Säule der Präsentation befasst sich mit der kulturhistorischen Prägung der Region durch die Baumschulwirtschaft. Beiträge verschiedener Partner des "Pinneberger Baumschullandes" beleuchten die Geschichte und die Bedeutung des Holsteiner Baumschulgebiets im Kreis Pinneberg. Das gebündelte Know-how der Baumschulbetriebe erfordert jährlich zahlreiche Fachkräfte, die sich mit der Gehölzvielfalt auskennen.

Gärtnerischer Berufsschulstandort

Der größte gärtnerische Berufsschulstandort in Schleswig-Holstein befindet sich im Gartenbauzentrum (GBZ) in Ellerhoop, im Baumschulkreis Pinneberg. Dort werden etwa 95 Prozent der Auszubildenden der Fachrichtung Baumschule unterrichtet. Die Nähe zu den 300 Baumschulen im Kreis Pinneberg ist dabei ausschlaggebend. Die reinen Baumschulerklassen ermöglichen eine intensive Lerngestaltung. Die Baumschulen stellen etwa ein Viertel der gärtnerischen Auszubildenden in Schleswig-Holstein aus den sieben gärtnerischen Fachsparten. Jährlich befinden sich circa 180 Baumschüler in Ausbildung, wovon etwa ein Viertel weiblich ist. Die gärtnerische Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsbetrieben dauert in der Regel drei Jahre.

Kulturlandschaften auf der IGS 2013

Die Kulturlandschaften auf der IGS 2013 sind ein Projekt der Metropolregion Hamburg in Zusammenarbeit mit der IGS 2013 GmbH. Auf dem Südgelände der internationalen Gartenschau in Wilhelmsburg präsentieren sich die fünf großen Kulturlandschaften: die Schleswig-Holsteiner Knicklandschaft, die Vier- und Marschlanden, die Lüneburger Heide, das Alte Land und das Pinneberger Baumschulland.

25.04.2012

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