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Bessere Ernte- und Klimavorhersagen zur Reduzierung von Hungerkrisen

Deutschland fördert die „Group on Earth Observations Global Agricultural Monitoring Initiative“ (GEOGLAM) mit 800.000 Euro. Die Initiative nutzt Satellitendaten, um Ernte- und Wettervorhersagen zu verbessern und so Hungerkrisen vorzubeugen.

Förderung und Ziele der GEOGLAM-Initiative

Umfassende und valide Daten zu Ernte- und Witterungsbedingungen sind entscheidend, um den globalen Hunger zu bekämpfen. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, einen Vertrag zur Förderung der „Group on Earth Observations Global Agricultural Monitoring Initiative“ (GEOGLAM) unterzeichnet. Das Bundesministerium unterstützt diese Initiative, die auf einen G20-Beschluss zurückgeht, in den kommenden drei Jahren mit rund 800.000 Euro.

Datenerfassung und Anwendungsbereiche von GEOGLAM

GEOGLAM nutzt die Fernerkundung per Satellit zur Datensammlung. Das Hauptprodukt der Initiative ist der „Crop Monitor“, der einen Überblick über die Ernteschätzungen für Mais, Weizen, Sojabohnen und Reis liefert. Diese vier Kulturen machen über 80 Prozent des weltweiten Handels mit wichtigen Ernährungsgütern aus. Die gesammelten Daten ermöglichen eine verbesserte Vorhersage von Extremwetterereignissen wie Dürren.

GEOGLAM kann ein wirksames Instrument sein, um Versorgungsengpässen und Hungerkrisen wirksam entgegenzuwirken. Länder, in denen die Ernährung nicht immer gesichert ist, können mithilfe der Daten frühzeitig auf mögliche Krisen in der Pflanzenproduktion aufmerksam gemacht werden. Prävention statt Reaktion, darum geht es. Die Initiative unterstützen wir deshalb aus voller Überzeugung. Wichtig ist aber, dass wir gemeinsam zu einem dauerhaften Mechanismus zur Finanzierung kommen.

GEOGLAM finanziert sich derzeit überwiegend aus freiwilligen Beiträgen. Eine dauerhafte Finanzierung durch G20-Mitglieder und internationale Geldgeber, einschließlich Ländern, die im Weltwirtschaftsforum vertreten sind, ist jedoch vorgesehen.

Hintergrund und internationale Zusammenarbeit

Als Reaktion auf stark steigende und schwankende Nahrungsmittelpreise in den Jahren 2007/08 und 2010/11 beschlossen die G20-Staaten 2011 den „Action Plan on Food Price Volatility“. Dessen operative Komponenten sind das „Agricultural Market Information System“ (AMIS) und die „GEO Global Agricultural Monitoring Initiative“ (GEOGLAM).

GEOGLAM arbeitet eng mit der Group on Earth Observation (GEO) zusammen und zählt zu deren vier Flaggschiff-Initiativen. GEO ist eine internationale zwischenstaatliche Initiative, die die Erdbeobachtung koordiniert und fördert. Ihr Ziel ist es, die Verfügbarkeit, den Zugang und die Nutzung von Erdbeobachtungsdaten (von Satelliten und In-situ-Messungen) zu verbessern, um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in verschiedenen Sektoren zu unterstützen. Die globalen Prioritäten orientieren sich an den Nachhaltigen Entwicklungszielen sowie den Anforderungen, die sich aus dem Klimawandel und der Reduktion von Katastrophenrisiken ergeben.

12.02.2021

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