Präventives Hochwassermanagement durch dezentrale Maßnahmen
Die jüngsten Hochwasserereignisse in Deutschland, insbesondere an Rhein und Mosel, verdeutlichen die Notwendigkeit eines präventiven und ökologischen Hochwasserschutzmanagements. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) plädiert für eine verstärkte Anwendung ökologischer Bau- und Ingenieurleistungen in der Wasserwirtschaft.
Die aktuellen Hochwasser sind nach Ansicht des BGL nicht allein auf anhaltende Regenfälle zurückzuführen.
Das Hochwasser zum Jahresbeginn ist nicht nur die Folge andauernder Regenfälle, sondern auch die Folge ökologischer Vergehen aus der Vergangenheit.erklärt Gerald Jungjohann, Vizepräsident des BGL. Angesichts des Klimawandels sei zudem mit häufigeren extremen Wetterlagen zu rechnen, die zu Hochwasser führen können. Daher sei es entscheidend, Antworten zu finden, um auch zukünftige, stärkere Hochwasserereignisse bewältigen zu können.
Dezentrale Maßnahmen und Vegetationsprogramme als Schlüssel
Der BGL setzt sich dafür ein, Wasser bereits am Niederschlagsort zurückzuhalten. Dadurch wird es in den Vegetationskreislauf eingebunden und dem Grundwasser wieder zugeführt. Konkrete Maßnahmen umfassen den Rückbau begradigter und kanalisierter Bäche und Flüsse, die Planung und Ausführung von Dachbegrünungen sowie die Vermeidung von Flächenversiegelungen. Pflanzen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Insbesondere die Entsiegelung asphaltierter und betonierter Flächen ist eine wichtige Maßnahme. Die beste Alternative zur Versiegelung ist eine begrünte Fläche.betont Jungjohann. Neben großflächigen Vegetationsprogrammen und Retentionsflächen seien viele kleine Vegetationsflächen für das Wassermanagement vor Ort erforderlich. Dezentrale Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt, da sie im Vergleich zu technischen Hochwasserschutzanlagen mit geringerem Investitionsaufwand realisiert werden können.
Kooperation und langfristige Planung für effektiven Schutz
Für die Umsetzung dezentraler Maßnahmen im vorbeugenden Hochwasserschutz ist die Schaffung von Planungsverantwortlichkeiten notwendig. Diese sollen alle kommunalen und regionalen Einrichtungen für eine stärkere Zusammenarbeit einbinden.
Ziel muss es sein, dass in sogenannten Hochwasserrisikomanagementplänen gemeinsam Maßnahmen festgelegt und langfristig auch umgesetzt werden, um bestehende Risiken zu minimieren und zukünftige Schäden zu vermeiden.so Jungjohann.
Landschaftsgärtner können durch vielfältige Vegetationsmaßnahmen einen Beitrag zur Klimaverbesserung und somit auch zum Hochwasserschutz leisten. Die erforderlichen Maßnahmen solcher Infrastrukturprojekte lassen sich nicht kurzfristig umsetzen. Daher muss die Planung bereits heute beginnen, um zukünftigen Hochwassern entgegenzuwirken.
