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Biodiversität im Garten: Deutsche Gartenbesitzer engagieren sich zunehmend

Die biologische Vielfalt im eigenen Garten gewinnt für deutsche Gartenbesitzer zunehmend an Bedeutung. Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Befragten die Biodiversität in ihren Gärten als wichtig erachtet und bereits gezielt fördert.

Engagement für Artenvielfalt in deutschen Gärten

Die biologische Vielfalt im eigenen Garten gewinnt für deutsche Gartenbesitzer zunehmend an Bedeutung. Eine repräsentative Umfrage des „STIHL Garten-Barometers 2022“ unter 1.000 Gartenbesitzern zeigt, dass die Mehrheit der Befragten die Biodiversität in ihren Gärten als wichtig oder sehr wichtig erachtet. Rund 70 Prozent fördern diese bereits gezielt durch verschiedene Maßnahmen.

Die Relevanz des Themas steigt dabei mit zunehmendem Alter der Gartenbesitzer und in urbaneren Wohngegenden. Während nur 34 Prozent der 20- bis 29-Jährigen Biodiversität als wichtig oder sehr wichtig einstufen, sind es bei den über 40-Jährigen bereits 59 Prozent. In Städten mit über 100.000 Einwohnern messen 60 Prozent der Befragten der Biodiversität eine hohe Bedeutung bei, verglichen mit 50 Prozent in Gemeinden unter 5.000 Einwohnern.

Gezielte Förderung der Artenvielfalt

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass das Bewusstsein für den Schutz von Bienen, Insekten, Vögeln und Kleintieren wie Igeln, die zunehmend Schwierigkeiten haben, intakte Naturräume zu finden, bei den Gartenbesitzern stark ausgeprägt ist. Nur knapp sechs Prozent der Befragten halten das Thema für unwichtig.

Die Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt sind vielfältig. An erster Stelle steht die Schaffung von Nahrungsquellen: Über drei Viertel (77 Prozent) der Befragten bieten Vögeln und Insekten Nahrung durch regionale Pflanzen. Fast ebenso viele (76 Prozent) haben einen Futterplatz und/oder eine Wasserstelle eingerichtet. Weitere häufige Maßnahmen sind das Stehenlassen abgeblühter Pflanzen (70 Prozent) als Winterquartier und das Anpflanzen von Blüh-Streifen oder -Inseln (59 Prozent) in oder neben der Rasenfläche.

Bei der Auswahl neuer Pflanzen berücksichtigen 45 Prozent der Befragten das Thema Biodiversität stark oder sehr stark, insbesondere durch die Wahl regionaler Sorten. Dieser Wert ist bei den über 60-Jährigen mit 53 Prozent deutlich höher als bei den unter 30-Jährigen (25 Prozent).

Naturnahe Gartengestaltung und Pflege

Die Bedeutung biologischer Vielfalt steht für die meisten Gartenbesitzer nicht im Widerspruch zu einem gepflegten Garten. 86 Prozent können sich einen Rasen mit Klee, Gänseblümchen und anderen Wildkräutern vorstellen, anstatt eines „englischen“ Rasens. Zudem mähen 40 Prozent ihren Rasen nur alle zwei Wochen und 32 Prozent noch seltener, was Bienen und anderen Insekten zugutekommt.

Auch in der Pflege setzen viele Gartenbesitzer auf natürliche Methoden: 61 Prozent besitzen einen Komposthaufen. Über zwei Drittel (69 Prozent) nutzen entweder ausschließlich natürliche Mittel zum Düngen oder zur Schädlingsbekämpfung (33 Prozent) oder verzichten gänzlich auf Dünger und andere Mittel (37 Prozent).

Schutz- und Rückzugsorte für Tiere

Die Schaffung von Unterschlupf- und Rückzugsmöglichkeiten sowie Brut- und Nistplätzen ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. 69 Prozent der Befragten haben Hecken gepflanzt, anstatt Sichtschutzelemente zu verwenden. 58 Prozent haben Laub- und Totholz-Ecken als Winterquartier für Igel und andere Kleintiere eingerichtet. Nistkästen für Vögel finden sich bei 57 Prozent, und 50 Prozent der Gartenbesitzer haben ein Insektenhotel aufgestellt. In urbanen Gebieten mit über 100.000 Einwohnern ist die Verbreitung von Insektenhotels mit 57 Prozent höher als in ländlichen Gemeinden (45 Prozent).

Größere Projekte wie Gartenteiche für Amphibien (22 Prozent) oder Trockenmauern und Steinhaufen für Eidechsen (26 Prozent) sind noch weniger verbreitet, werden aber von 17 bzw. 24 Prozent der Befragten für die Zukunft geplant.

Positiver Ausblick und Informationsbedarf

Die Bemühungen der Gartenbesitzer scheinen sich auszuzahlen: 95 Prozent der Befragten geben an, dass die biologische Vielfalt in ihrem Garten in den letzten Jahren mindestens unverändert geblieben ist, und 61 Prozent haben sogar den Eindruck, dass sie zugenommen hat.

Gut die Hälfte der Gartenbesitzer (51 Prozent) plant, die Biodiversität auch in Zukunft gezielt zu fördern. Dabei stehen Insektenhotels (46 Prozent), Nistkästen für Vögel (43 Prozent) und Futterplätze/Wasserstellen (42 Prozent) ganz oben auf der Liste der zukünftigen Maßnahmen.

Der Informationsbedarf ist hoch: 76 Prozent der Befragten informieren sich gezielt über weitere Fördermöglichkeiten. Dabei erwarten die meisten weder höhere Kosten (75 Prozent) noch mehr Aufwand (78 Prozent) für einen artenreichen Garten. Als wichtigste Informationsquellen dienen Freunde und Nachbarn (45 Prozent), gefolgt von Gartenzeitschriften (29 Prozent) und Gartenblogs im Internet (26 Prozent) sowie Gärtnereien und Baumschulen (26 Prozent).

22.03.2022

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