Aufbau, Funktion und Vermehrung von Zwiebel- und Knollengewächsen im Überblick
Mit der Sommersonnenwende erreicht das Gartenjahr einen wichtigen Wendepunkt. Viele klassische Frühlingsblüher wie Tulpen, Narzissen oder Hyazinthen sind bereits verblüht. Nur einige Allium-Arten zeigen noch ihre markanten Blütenkugeln, bevor im Sommer andere Pflanzen die Hauptrolle im Garten übernehmen.
Jetzt beginnt die Zeit der Knollengewächse. Arten wie Dahlien, Zantedeschia oder Begonien sorgen bis in den Herbst hinein für Farbe im Beet. Auch wenn Zwiebeln und Knollen im Garten ähnlich wirken, unterscheiden sie sich botanisch deutlich in Aufbau und Vermehrung.
Überdauerung und Nährstoffspeicher
Sowohl Zwiebeln als auch Knollen dienen Pflanzen als Überdauerungsorgane. Sie speichern Nährstoffe und Energie, damit Pflanzen ungünstige Bedingungen wie Frostperioden oder Trockenheit überstehen können.
Geschützt im Boden lagern diese verdickten Pflanzenteile Reservestoffe, die beim Austrieb im nächsten Jahr benötigt werden. Zusätzlich ermöglichen sie eine vegetative Vermehrung, also die Bildung neuer Pflanzen ohne Samenbildung.
Die typische Struktur der Zwiebel
Blumenzwiebeln entstehen aus dem untersten Spross der Pflanze sowie aus mehreren übereinanderliegenden Blättern. Dadurch entsteht die charakteristische schalenartige Struktur, die auch von Küchenzwiebeln bekannt ist.
„Zwiebeln entstehen aus dem untersten Spross der Pflanze und mehreren übereinanderliegenden Blättern“, weiß Blumenzwiebel-Experte Carlos van der Veek von Fluwel.
Im Inneren der Zwiebel ist bereits im Herbst die komplette Pflanze für das kommende Frühjahr angelegt. Dieser Aufbau ermöglicht einen schnellen Austrieb nach der Winterruhe.
„Würde man eine Tulpe oder Narzisse vor der Pflanzung im Herbst vorsichtig öffnen, käme tatsächlich eine kleine Miniaturpflanze zum Vorschein“, erklärt der Niederländer. „Das hilft ihr beim schnellen Austreiben und Blühen.“
Die Vermehrung erfolgt über sogenannte Tochterzwiebeln, die sich an der Mutterzwiebel bilden und zu eigenständigen Pflanzen heranwachsen. Typische Zwiebelpflanzen sind Tulpen, Narzissen, Lilien oder auch Nerinen.
Knollen mit unterschiedlichen Bildungsformen
Knollen besitzen im Gegensatz zur Zwiebel eine gleichmäßige, feste Struktur ohne schalenartigen Aufbau. Bekanntestes Beispiel ist die Kartoffel. Im Inneren einer Knolle befindet sich keine vollständig angelegte Miniaturpflanze.
Grundsätzlich werden drei unterschiedliche Knollentypen unterschieden:
- Sprossknollen
- Rhizome
- Wurzelknollen
Sprossknollen und Rhizome entstehen aus dem Spross der Pflanze. Sie lassen sich relativ einfach vermehren, indem die Knolle in mehrere Stücke mit sogenannten Augen geteilt wird. Diese Wachstumspunkte treiben später neue Triebe aus.
Ein Beispiel sind Pfingstrosen. Ihre Rhizome werden für die Vermehrung in mehrere Stücke mit drei bis fünf Augen geteilt, aus denen im nächsten Frühjahr neue Stängel und Blüten entstehen.
Besonderheiten bei Wurzelknollen
Bei Wurzelknollen ist bei der Vermehrung mehr Aufmerksamkeit erforderlich. Da sie aus den Wurzeln entstehen, kann aus einer einzelnen Knolle allein keine neue Pflanze wachsen.
„Bei Wurzelknollen ist mehr Aufmerksamkeit geboten. Da sie aus den Wurzeln entstehen, kann aus ihnen allein keine neue Pflanze wachsen. Aus diesem Grund muss immer ein Teil des alten Sprosses erhalten bleiben“, so van der Veek.
Ein typisches Beispiel sind Dahlien. Die fingerförmigen Wurzelknollen treiben nur dann erneut aus, wenn beim Teilen ein Stück des Sprossansatzes erhalten bleibt.
Große Auswahl an Frühjahrsblühern
Wer bereits an den nächsten Frühling denkt, kann Zwiebelblumen frühzeitig planen. Viele Sorten werden im Herbst gepflanzt und sorgen im folgenden Jahr für eine abwechslungsreiche Blüte im Garten.
Das Sortiment umfasst zahlreiche Arten und Sorten, darunter eine große Auswahl an Tulpen, Narzissen und weiteren Frühjahrsblühern. Ergänzt wird das Angebot durch ein umfangreiches Sortiment an Pfingstrosen mit vielen unterschiedlichen Sorten.
