Herkunft und botanische Besonderheiten der Panamahut-Palme
Die Panamahut-Palme trägt einen irreführenden Namen, da sie weder aus Panama stammt noch botanisch eine Palme ist. Ihre fächerförmig geteilten Blätter verleihen ihr jedoch ein exotisches Erscheinungsbild. Bereits im Jahr 1888 war die Pflanze Teil des Bestands des Botanischen Gartens, wie ein Pflanzeninventar aus dieser Zeit belegt.
Im Rahmen des Themenjahres „Exotik. Faszination und Fantasie“ widmen sich die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg außergewöhnlichen Aspekten in ihren Monumenten. Informationen zu den Pflanzen und Blühereignissen im Botanischen Garten Karlsruhe sind online verfügbar.
Ursprung in Lateinamerika
Die Panamahut-Palme wurde Ende des 18. Jahrhunderts erstmals beschrieben. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt im nördlichen Südamerika, einer Region, die damals zum Spanischen Kolonialreich gehörte. Spanische Entdecker benannten die Pflanze als Carludovica palmata, zu Ehren von König Karl IV. und seiner Gemahlin Luisa.
Die stammlosen Pflanzen entwickeln Stiele, die bis zu zwei Meter lang werden und direkt aus der Sprossachse wachsen. An deren Enden befinden sich die palmenartigen, teilweise stark faltigen Blätter. Thomas Huber, der Leiter des Botanischen Gartens Karlsruhe, erklärt, dass dieses Aussehen zur deutschen Bezeichnung „Palme“ führte. Die Blüten der Pflanze entspringen ebenfalls direkt dem Boden und sitzen auf etwa 50 cm langen Stielen. Botanisch gehört die Panamahut-Palme zu den Scheibenblumengewächsen.
Panamahut: Ein modisches Handwerksprodukt
In ihrer Heimat wird die Pflanze nicht nur wegen ihres Aussehens geschätzt. Aus den getrockneten und aufbereiteten Blättern, bekannt als Toquilla-Stroh, werden in aufwendiger Handarbeit die Panamahüte gefertigt. Diese Hüte sind für ihre Qualität und ihren Wert bekannt.
Entgegen dem Namen stammt der Panamahut ursprünglich aus Ecuador. Im 19. Jahrhundert war es aufgrund eines Verbots notwendig, Waren aus Südamerika über Panama in die USA einzuführen. Dort erhielten die Hüte in der zentralen Sammel- und Zollstelle einen Stempel, der sie als „panama hat“ auswies. Diese Bezeichnung hat sich bis heute erhalten. Während in Ecuador die Hüte in kleinen Kisten verstaut werden können, ist dies außerhalb des feuchttropischen Klimas nicht möglich.
Pflegeleichter Exot im Botanischen Garten
Thomas Huber, der Leiter des Botanischen Gartens Karlsruhe, schätzt den Namen Panamahut-Palme trotz seiner Irreführung. Er bezeichnet ihn als einen der schönsten deutschen Pflanzennamen. Sein Team arbeitet daran, den Garten basierend auf historischen Pflanzeninventaren wieder in seiner ursprünglichen Pracht erstrahlen zu lassen.
Die Kultur der Panamahut-Palme gilt als unkompliziert. Sie gedeiht im Warmhaus des Botanischen Gartens und kann von Mai bis Anfang Oktober als Kübelpflanze auf sonnigen Terrassen oder Balkonen stehen. Bei sinkenden Temperaturen sollte die tropische Pflanze ins Haus gebracht werden. Im Winter sind Temperaturen von mindestens 12 Grad Celsius erforderlich.
Themenjahr „Exotik. Faszination und Fantasie“
Der Botanische Garten Karlsruhe ist eines von 15 Monumenten in Baden-Württemberg, die sich in diesem Jahr dem Themenjahr „Exotik. Faszination und Fantasie“ widmen. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg beleuchten dabei die Wege von Gewürzen, Kunsthandwerk und Pflanzen nach Europa. Das Themenjahr thematisiert die Faszination für das Exotische in der höfischen Kultur, aber auch die Auswirkungen von europäischer Neugier, Besitzgier, Wissens- und Expansionsdrang, die weltweit zu Gewalt und Ausbeutung führten.
Besucherinformationen
Öffnungszeiten
- Außenanlage des Botanischen Gartens: Täglich ab 6:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (Sommer ca. 22:00 Uhr, Winter ca. 17:00 Uhr)
- Schauhäuser des Botanischen Gartens Karlsruhe: Samstags, sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 17:45 Uhr
Eintritt
- Erwachsene: 3,00 €
- Ermäßigte: 1,50 €
- Familien: 7,50 €
Die Ausstellung „Gartendokumentation“ im Torbogengebäude bleibt während der Winterpause des Lokals von November bis März geschlossen.
