Hintergrund und Ziele der neuen Düngeverordnung
Das Bundeskabinett hat eine Reform der Düngeverordnung verabschiedet, um die Überdüngung zu reduzieren und die Nitratbelastung des Grundwassers zu begrenzen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Auswirkungen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung einzudämmen.
Nach jahrelangen Verhandlungen haben wir uns jetzt endlich darauf verständigt, die Düngeregeln zu verschärfen. Das ist ein wichtiger umweltpolitischer Fortschritt. Die neuen Regeln werden helfen, die Folgen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung einzudämmen. Die Überdüngung muss deutlich reduziert werden. Denn seit Jahren leiden Gewässer, Böden und Luft an den Folgen der dauerhaften Überdüngung.
Die neue Düngeverordnung sieht eine Verlängerung der Sperrzeiten für die Ausbringung von Düngemitteln vor. Zudem werden die Abstände für die Düngung in Gewässernähe ausgeweitet. Gärreste aus Biogasanlagen sollen künftig in die Berechnung der Stickstoffobergrenze von 170 Kilogramm pro Hektar einbezogen werden.
Regionale Maßnahmen und Stoffstrombilanz
Die Bundesländer werden verpflichtet, in Gebieten mit hohen Nitratwerten zusätzliche Maßnahmen zu erlassen. Dies gilt auch für Regionen, in denen stehende oder langsam fließende oberirdische Gewässer durch Phosphat übermäßig belastet sind. Ein novelliertes Düngegesetz, das diese Woche vom Bundestag verabschiedet werden soll, ergänzt das Regelungspaket. Es soll einen umweltbewussten und sparsamen Umgang mit Nährstoffen in der Landwirtschaft gewährleisten.
Ein zentraler Bestandteil der Novelle des Düngegesetzes ist die Einführung einer Stoffstrombilanz. Diese ermöglicht es Landwirtschaftsbetrieben, den Einsatz ihrer Nährstoffmengen zu bilanzieren. Dabei werden Dünger- und Tierfuttermengen mit den erzeugten landwirtschaftlichen Produkten des Hofes verrechnet. Dies soll eine präzisere Bestimmung der Stickstoffbelastung der Böden durch einzelne Betriebe ermöglichen.
Herausforderungen durch Stickstoffdüngung
Der aktuelle Nitratbericht verdeutlicht den Einfluss der landwirtschaftlichen Düngepraxis auf die Gewässerqualität. Ein Hauptproblem bleibt der übermäßige Einsatz von Stickstoffdüngern. Zwischen 2012 und 2014 wies fast ein Drittel der Messstellen für die Grundwasserqualität zu hohe Nitratwerte auf. Auch an den Küsten der Nord- und Ostsee gibt es kaum Anzeichen für eine Verbesserung, da zu hohe Phosphor- und Stickstoffeinträge (Eutrophierung) zu übermäßigem Algenwachstum führen. Düngegesetz und Düngeverordnung bedürfen noch der Zustimmung des Bundesrates.
