Forschung gegen Zuckerrübenkrankheit: Ziele und Bedeutung
Die Zuckerrübe ist eine leistungsstarke Fruchtart. Als Sommerung und Blattfrucht bereichern Zuckerrüben die verbreiteten Fruchtfolgen mit einem hohen Anteil an Wintergetreide und tragen damit zur Vielfalt der Lebensräume in der Agrarlandschaft bei. Unser Ziel ist daher, mit dem Forschungsvorhaben Methoden zur Bekämpfung der Krankheit und damit zur Ertragssicherung zu entwickeln. Mit diesem neuen und wichtigen Forschungsfeld ergänzen wir zudem unsere bereits breit aufgestellten Förderaktivitäten zur Zuckerrübenforschung.
Das Projekt soll zur Aufklärung der Biologie des Pathogens und seines Vektors beitragen. Daraus könnten sich neue Ansätze für das Monitoring sowie Methoden zur Bekämpfung und Ertragssicherung ergeben. Die gewonnenen Erkenntnisse sind für die Entwicklung von Ausbreitungsmodellen zur Risikoanalyse relevant.
Projektinhalte und Partner
Ein weiteres Ziel ist die Identifizierung toleranter oder resistenter Rüben-Genotypen. Dies soll mittelfristig zur Entwicklung von Resistenzmarkern für die Züchtung widerstandsfähiger Sorten beitragen. Eine entwickelte Methode zur vektorunabhängigen Pathogenübertragung soll zudem ein schnelleres Screening resistenter Genotypen ermöglichen.
Projektnehmer sind:
- Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e.V. (GFPi) (Gesamtkoordination)
- Universität Göttingen, Fakultät für Agrarwissenschaften, Department für Nutzpflanzenwissenschaften, Abteilung Agrarentomologie
- Julius Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI)
Hintergrund der Erkrankung
Das „Syndrom Basse Richesse“ (SBR) ist eine relativ neue bakterielle Erkrankung der Zuckerrübe in Deutschland. Der Erreger, das γ-Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus, wird durch die Saugtätigkeit der Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) übertragen. Die Krankheit führt zu einem verminderten Zuckergehalt in der Rübe und kann Ertragseinbußen von bis zu 50 Prozent verursachen.
