Bund startet Beteiligungsprozess zur Zukunft des Ackerbaus in Deutschland
Der Ackerbau prägt die Landwirtschaft in Deutschland maßgeblich. Rund die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen wird genutzt, etwa 70 Prozent davon für den Ackerbau. Damit stellt dieser Bereich den größten Anteil der Produktion von Grundnahrungs- und Futtermitteln bereit.
Durch Forschung, technische Innovationen und moderne Bewirtschaftungsmethoden konnte die Produktivität in den vergangenen Jahrzehnten stark gesteigert werden. Während ein Landwirt um 1900 noch etwa zehn Menschen versorgte, sind es heute durchschnittlich rund 155. Gleichzeitig entstehen durch diese Entwicklung neue Herausforderungen in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Wirtschaftlichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz.
Diskussionspapier zur Zukunft des Ackerbaus
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unter Leitung von Bundesministerin Julia Klöckner ein Diskussionspapier zur Ackerbaustrategie 2035 vorgelegt. Die Strategie beschäftigt sich mit zentralen Zukunftsfragen des Ackerbaus in Deutschland.
Im Fokus stehen unter anderem die Sicherung landwirtschaftlicher Erträge, der sparsame Umgang mit Ressourcen sowie der Schutz von Biodiversität und Böden. Zudem werden neue Fruchtfolgesysteme und deren wirtschaftliche Tragfähigkeit betrachtet.
Insgesamt umfasst die Strategie mehr als 50 Maßnahmen, die darauf abzielen, landwirtschaftliche Produktion, Versorgungssicherheit und Ressourcenschutz besser miteinander zu verbinden. Ein gesunder Boden gilt dabei als zentrale Grundlage für die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher Betriebe und die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln.
Mehr Vielfalt, Digitalisierung und klimaangepasste Sorten
Weitere Themen der Strategie sind eine höhere Vielfalt auf den Ackerflächen, Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenqualität sowie die Förderung von Pflanzenzüchtungen, die besser an die Bedingungen des Klimawandels angepasst sind.
Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle. Moderne Technologien sollen dazu beitragen, Ressourcen effizienter einzusetzen und landwirtschaftliche Prozesse präziser zu steuern.
Breite Beteiligung von Praxis und Gesellschaft
Um einen möglichst breiten Konsens zu erreichen, setzt das BMEL erstmals auf einen umfassenden Beteiligungsprozess. Landwirte, Wissenschaftler, Bürger, Bundesländer sowie Landwirtschafts- und Umweltverbände sind eingeladen, ihre Perspektiven und Erfahrungen einzubringen.
Die Beiträge aus Praxis, Forschung und Gesellschaft sollen helfen, die Strategie weiterzuentwickeln und Maßnahmen zu identifizieren, die im landwirtschaftlichen Alltag umsetzbar sind und langfristig Wirkung entfalten.
Die Online-Beteiligung ist nach Registrierung bis zum 28. Juli 2020 möglich. Interessierte können sich dort über das Diskussionspapier informieren und eigene Vorschläge zur Weiterentwicklung der Ackerbaustrategie 2035 einbringen.
