Eigenschaften und vielseitige Verwendung des Chinakohls
Chinakohl zeichnet sich durch sein mildes Aroma aus, das sich vom typischen Kohlgeschmack unterscheidet. Seine zarte Textur macht ihn vielseitig einsetzbar, beispielsweise für Rouladen oder als Zutat in Kombination mit Obst und Gemüse wie Äpfeln, Tomaten, Paprika oder Gurken.
Die Zubereitungsmöglichkeiten reichen von roh über gebraten, gedämpft, gedünstet bis gekocht. Besonders beliebt ist die asiatische Zubereitungsart als koreanisches Kimchi, bei der der Kohl gesalzen und fermentiert wird.
Anbau und Herkunft des beliebten Gemüses
Die Bezeichnung Chinakohl verweist auf seine Herkunft. Von China aus verbreitete sich das Gemüse, dort auch als „Zahn des Weißen Drachens“ bekannt, über den gesamten asiatischen Raum und zählt heute zu den meistangebauten Gemüsesorten der Region.
Im späten 19. Jahrhundert gelangte die Kreuzung aus Pak Choi und Rübe über Amerika nach Deutschland. Der Anbau erfolgt im Freiland auf tiefgründigen, lockeren und gehaltvollen Böden. Die Ernte kann bereits acht bis zehn Wochen nach der Pflanzung erfolgen. Eine besondere Eigenschaft ist die hohe Kälteverträglichkeit, die den Chinakohl zu einem Wintergemüse macht, das auch im Dezember und Januar geerntet werden kann.
Abgrenzung zu anderen Kohlsorten
Chinakohl gehört zur Familie der Kreuzblütler, ist jedoch nur entfernt mit Weißkohl und Spitzkohl verwandt. Er entstand aus einer Kreuzung von Pak Choi und Speiserübe. Spitzkohl ist hingegen eine spezielle Form des Weißkohls und eng mit diesem verwandt.
Optische Unterschiede sind bei genauer Betrachtung erkennbar:
- Weißkohl hat einen weiß-grünen, runden und festen Kopf mit einem dicken Strunk.
- Spitzkohl besitzt eine eher spitze, längliche Form und ein aufgelockertes Blattwerk.
- Chinakohl hat eine längliche Form und kommt ohne Strunk aus. Seine gekräuselten Blätter können locker oder fest geschlossen sein.
Nährwerte und Saison des Chinakohls
Chinakohl gilt als Superfood, da er trotz seines geringen Kaloriengehalts und eines Wasseranteils von über 90 % reich an Nährstoffen und Vitaminen ist. Dazu zählen Vitamin A, B1, B2, B3, B4, B5, B6, C, K und Carotin sowie Eisen, Kupfer, Kalium, Calcium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Selen, Folsäure und Zink. Diese Nährstoffe unterstützen den Knochen- und Muskelaufbau, den Sauerstofftransport im Blut, den Wasserhaushalt und das Immunsystem.
In Deutschland ist Chinakohl ganzjährig erhältlich, wobei die Hauptsaison von Mai bis Februar reicht.
Einkauf und Lagerung für maximale Frische
Beim Einkauf sollten die Köpfe fest geschlossen sein, die Schnittfläche hell und frisch und die Blattränder knackig. Chinakohl ist empfindlich gegenüber Druck, aber haltbar. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt er bis zu zehn Tage frisch. Angeschnittener Kohl sollte locker mit Folie verpackt werden, um ihn portionsweise zu verbrauchen.
Zur Haltbarmachung und Geschmacksverbesserung bietet sich die Fermentierung nach koreanischer Rezeptur an. Diese Konservierungstechnik macht Lebensmittel nicht nur haltbar, sondern auch gesund, wie das Beispiel Kimchi zeigt.
Vorbereitung und Zubereitung in der Küche
Chinakohl ist weitgehend küchenfertig. Es genügt, die äußeren Blätter zu entfernen und den ganzen Kohl zu waschen. Roh eignet er sich, gewaschen und in feine Streifen geschnitten, für Salate. Hierfür bieten sich verschiedene Dressings an, beispielsweise ein Senf-Dressing mit Paprika, Zwiebeln und frischen Kräutern, ein Erdnuss-Dressing mit Limettensaft, Knoblauch und Chili für eine asiatische Note oder eine Vinaigrette beziehungsweise ein Joghurt-Dressing für zusätzliche Frische.
Alternativ kann Chinakohl gegart, in Suppen und Eintöpfen mitgekocht, geschmort oder gedünstet werden. Die Garzeit ist aufgrund der zarteren Blätter kürzer als bei Weiß- oder Grünkohl. Unabhängig von der Zubereitungsart sollte der Kohl stets eine leichte Knackigkeit behalten.
