Pflanzen und Pflanzenteile

Die Blaue Tillandsie: Ein Farbtupfer im winterlichen Botanischen Garten Karlsruhe

Die Blaue Tillandsie, auch bekannt als Tillandsia cyanea, verzaubert im Botanischen Garten Karlsruhe mit ihren leuchtend pinken Köpfen. Diese pflegeleichte "Luftpflanze" bietet einen exotischen Farbtupfer im winterlichen Grau und ist ein echter Hingucker.

Exotische Schönheit im Tropenhaus

Im Tropenhaus des Botanischen Gartens Karlsruhe zieht die Blaue Tillandsie mit ihren leuchtend pinken Köpfen und wilden Hochblättern die Blicke auf sich. Die Pflanze, auch bekannt als Tillandsia cyanea, bietet einen Farbtupfer im winterlichen Grau und gilt als pflegeleichte Schönheit.

Besucher haben die Möglichkeit, die exotische Pflanzenwelt in den Schaugewächshäusern samstags, sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 17:45 Uhr zu erleben. An Heiligabend und Silvester bleiben die Gewächshäuser geschlossen.

Wuchsformen und Herkunft

Die Blaue Tillandsie gehört zur Familie der Bromeliengewächse, wie auch die Ananas. Mit über 550 Arten bilden die Tillandsien die größte Gattung innerhalb dieser Familie. Die Tillandsia cyanea wächst sowohl in der Erde als auch als Epiphyt. Das bedeutet, sie siedelt auf anderen Pflanzen, Stämmen, Ästen, Blättern, Steinen oder Dächern und nimmt Wasser sowie Nährstoffe direkt aus der Luft auf. Daher wird sie umgangssprachlich auch als „Luftpflanze“ bezeichnet.

Ihre Heimat sind die Regenwälder Ecuadors und Perus, wo sie von Natur aus eine hohe Luftfeuchtigkeit vorfindet. Dort wächst sie bevorzugt auf Bäumen, um ausreichend Licht zu erhalten. Botanisch wird die Blaue Tillandsie den „Grünen Tillandsien“ zugeordnet. Im Gegensatz dazu wachsen „Graue Tillandsien“ in Wüstenregionen wie der Atacama-Wüste.

Farbenpracht und Besonderheiten

Im Tropenhaus des Botanischen Gartens ist die Blaue Tillandsie am Boden zu finden. Thomas Huber, der Leiter des Botanischen Gartens Karlsruhe, beschreibt die Pflanze als „echten Hingucker“ aufgrund ihrer knallfarbenen Blüten.

Mit ihren knallfarbenen Blüten ist sie ein echter Hingucker.

Typisch für viele Bromelienarten bildet die Blaue Tillandsie einen Trichter aus ihren Blättern. Aus dessen Mitte entwickelt sich eine pinkfarbene Blütenscheide, die eine Länge von etwa 10 bis 18 Zentimetern erreicht. Über mehrere Monate hinweg entfalten sich aus dieser Scheide einzelne blau-violette Blüten, die weithin sichtbar sind.

Historische Einordnung und Namensgebung

Fossile Funde belegen, dass Tillandsien bereits in der Kreidezeit, vor etwa 65 Millionen Jahren, existierten. Dies macht sie zu einer der ältesten Pflanzenarten weltweit. Der genaue Zeitpunkt ihrer Entdeckung ist nicht bekannt. Ihren Namen verdankt die Gattung dem schwedischen Botaniker Carl von Linné, der sie nach dem finnischen Botaniker Elias Tillandz benannte. Es wird vermutet, dass Linné damit humorvoll auf die geringen Wasserbedürfnisse der Tillandsien anspielte, da Tillandz eine Abneigung gegen Wasser nachgesagt wurde.

Für indigene Völker wie die Inka, Azteken und Maya hatte die Tillandsia cyanea einen praktischen Nutzen: Ihre Blätter wurden als Schutz vor bösen Geistern, als Fasern zum Nähen und als Nahrungsmittel verwendet.

Pflegehinweise für die Blaue Tillandsie

Die Tillandsie gilt als anspruchslose Pflanze in der Pflege. Thomas Huber erklärt, dass ein heller und warmer Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit ideal ist.

Hell und warm sollte es sein, und das wichtigste, eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit sollte ihr Standort haben.

Wird die Pflanze in Erdkultur gehalten, sollte sie vorsichtig gegossen werden. Der Gartenexperte empfiehlt tägliches Besprühen mit einem Wasserzerstäuber als Alternative zum Gießen.

Tägliches Besprühen mit einem Wasserzerstäuber ist ihr lieber als Gießen.

Da die Blaue Tillandsie ungiftig ist, eignet sie sich als Zimmerpflanze im privaten Bereich sowie für Terrarien. Abgesehen von den genannten Bedingungen ist der Exot pflegeleicht.

Besucherinformationen für den Botanischen Garten Karlsruhe

Die Außenanlage des Botanischen Gartens ist täglich von 6:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet (Sommer ca. 22:00 Uhr, Winter ca. 17:00 Uhr). Die Schauhäuser sind samstags, sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 17:45 Uhr zugänglich. Am 24. und 31. Dezember 2021 bleiben die Schauhäuser geschlossen.

Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene 3,00 €, ermäßigt 1,50 € und für Familien 7,50 €. Die Ausstellung „Gartendokumentation“ im Torbogengebäude ist während der Winterpause des Lokals von November bis März geschlossen.

Aktuelle Besuchshinweise

Für den Besuch der Schauhäuser gilt die 2G-Plus-Regelung. Es ist die Vorlage eines Impf-, Genesenen- oder Testnachweises erforderlich. Dies umfasst eine Impfdokumentation (QR-Code per App oder Papierform) über eine vollständige Impfung (mindestens 14 Tage alt) oder eine Bescheinigung über eine mittels PCR-Test bestätigte Infektion (nicht älter als 6 Monate). Zusätzlich muss ein aktueller negativer Schnell- oder PCR-Test vorgelegt werden. Ein amtliches Ausweisdokument im Original ist zur Identitätsprüfung erforderlich.

Ausgenommen von der Testnachweispflicht sind Personen mit einer Boosterimpfung, Geimpfte mit abgeschlossener Grundimmunisierung, wenn seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung nicht mehr als 6 Monate vergangen sind, sowie Genesene, deren Infektion nachweislich maximal 6 Monate zurückliegt.

Im Innenbereich besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen ist einzuhalten.

Während der baden-württembergischen Weihnachtsferien vom 23. Dezember 2021 bis 8. Januar 2022 besteht eine Testpflicht für Schulkinder. Nicht-immunisierte Schülerinnen und Schüler bis einschließlich 17 Jahre müssen in diesem Zeitraum einen negativen Antigen-Schnelltestnachweis (nicht älter als 24 Stunden) oder einen negativen PCR-Testnachweis (nicht älter als 48 Stunden) vorlegen. Für bereits immunisierte Schülerinnen und Schüler bis einschließlich 17 Jahren gelten die Regelungen für immunisierte Personen.

Es besteht zudem eine Pflicht zur Erhebung und Datenverarbeitung der Kontaktdaten der Gäste zur eventuellen Infektionskettennachverfolgung gemäß § 6 Corona-Verordnung. Dies kann vor Ort, über die Luca-App oder über ein Kontaktformular erfolgen.

In der Außenanlage wird um Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern zu anderen Personen gebeten. Sollte dieser Mindestabstand nicht eingehalten werden können, besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske.

24.12.2021

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