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Coronakrise: Bund deutscher Baumschulen fordert staatliche Unterstützung

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) hat eine Bestandsaufnahme der aktuellen Krisensituation vorgenommen und einen Forderungskatalog an die Politik übermittelt. Die Lage in der Branche wird als uneinheitlich beschrieben, mit massiven Einbußen im Export und bei Gartencenter-Lieferanten.

Auswirkungen auf verschiedene Marktsegmente der Baumschulbranche

Im nationalen Geschäft verzeichnen Baumschulen, die den Garten- und Landschaftsbau beliefern, geringere Einbußen. Der Export in viele Länder ist jedoch nahezu vollständig zusammengebrochen. Auch der nationale GaLaBau-Markt wird als fragil eingeschätzt.

Viele erwarten, dass Ostern eine Wegmarke für den Geschäftsverlauf wird.

Besonders betroffen sind Baumschulen, die Gartencenter beliefern. Hier haben die Schließungen der Gartencenter in einigen Bundesländern sowie der Zusammenbruch der Auslandsmärkte zu massiven Stornierungen und hohen Umsatzeinbußen geführt.

Herausforderungen und Forderungen an die Politik

Kurzarbeit ist in diesen Betrieben oft kein geeignetes Instrument, da Kulturarbeiten, Pflanzenversorgung und Aufschulung fortgesetzt werden müssen. Dies führt zu hohen Kosten ohne entsprechende Erlöse. Der BdB plädiert daher für eine schnelle Öffnung der Gartencenter, um die Bevölkerung mit Obstgehölzen zu versorgen und die Gestaltung von Gärten und Balkonen zu ermöglichen. Dies könnte auch dazu beitragen, Menschen vom öffentlichen Raum fernzuhalten.

Kurz- und mittelfristig fordert der BdB staatliche Hilfen. Neben Liquiditätshilfen wurden sechs spezifische Forderungen formuliert:

  1. Eine 90-prozentige Übernahme des Kreditrisikos durch die öffentliche Hand.
  2. Eine Nullverzinsung der Kredithilfen.
  3. Ein Kultivierungs- beziehungsweise Entsorgungszuschuss des Bundes für Produkte, die in der Frühjahrssaison nicht abgesetzt werden können.
  4. Eine Aussetzung der Pachten für die Freilandproduktion und Übernahme der Pachten durch den Bund für die ersten sechs Monate des Jahres 2020.
  5. Ein staatliches 1-Million-Bäume-Programm für die städtische Infrastruktur zur Kompensation eines möglichen Einbruchs in der Bauwirtschaft.
  6. Eine schnellstmögliche Öffnung der Grenzen für Saisonarbeitskräfte zur Fortsetzung der Kulturarbeiten in den Betrieben.

01.04.2020

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