Rückgang der NO2-Belastung und verbleibende Herausforderungen
Im Jahr 2018 überschritten bundesweit 57 Städte den Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) im Jahresmittel. Dies stellt eine Reduzierung gegenüber 2017 dar, als noch 65 Städte betroffen waren.
Die Luft in den Städten wird besser und der Trend geht in die richtige Richtung. Dennoch sieht man: Die bislang beschlossenen Maßnahmen reichen nicht aus, damit wirklich überall der EU-Grenzwert für NO2 im Jahresmittel zum Schutz der Gesundheit eingehalten wird. Neben den angelaufenen Software-Updates brauchen wir insbesondere eine schnelle Nachrüstung älterer Diesel-Pkw mit wirksamen Katalysatoren zur deutlichen Reduzierung des Stickoxidausstoßes. Die rechtlichen Voraussetzungen zur Zulassung solche Katalysatoren liegen vor und Nachrüstunternehmen haben erste Anträge auch für Pkw gestellt. Nun kommt es darauf an, dass der Genehmigungsprozess rasch durchlaufen wird. Alle Automobilhersteller sind dazu aufgerufen, die Nachrüstunternehmen technisch und die Kunden beim Kauf der Systeme finanziell zu unterstützen.
Im Vergleich zum Vorjahr unterschritten 13 Städte den Grenzwert nicht mehr. Gleichzeitig lagen fünf Städte – Leipzig, Ulm, Koblenz, Eschweiler und Sindelfingen – wieder geringfügig über dem Wert.
Der langsame Rückgang der NO2-Belastung in den Städten setzt sich fort. Im Mittel sanken die NO2-Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen um etwa 1,5 µg/m³ gegenüber 2017.
Feinstaubbelastung und Gesundheitsrisiken
Obwohl 2018 nur an einer industrienahen Messstation der Feinstaub (PM10)-Grenzwert (nicht mehr als 35 Tage mit Tagesmittelwerten über 50 µg/m³) überschritten wurde, wird die Belastung weiterhin als zu hoch und gesundheitsgefährdend eingestuft. Dies wird besonders deutlich, wenn die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herangezogen wird, die maximal drei Tage mit Werten oberhalb von 50 µg/m³ vorsieht.
An 78 Prozent aller 374 Messstellen wurde dieser von der WHO empfohlene Wert überschritten. Betroffen waren nicht nur Ballungsräume und Großstädte, sondern auch Kleinstädte und ländliche Gebiete. Zur Reduzierung des Gesundheitsrisikos durch Feinstaub sind weitere Anstrengungen erforderlich.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Emissionen aus der Holzverbrennung in Privathaushalten sowie auf nicht-verbrennungsbedingten Partikelemissionen durch Abrieb von Bremsen, Kupplungen und Reifen. Auch die Landwirtschaft, die durch Emissionen gasförmiger Vorläuferstoffe wie Ammoniak aus der Tierhaltung zur sekundären Feinstaubbildung beiträgt, muss in die Minderungsanstrengungen einbezogen werden.
Nachträgliche Datenlieferungen oder Korrekturen aus den Ländermessnetzen sind bis zum Termin der offiziellen Berichterstattung an die EU-Kommission am 30. September 2019 noch möglich.
Magazin „Gesunde Luft“ des Umweltbundesamtes
Das Umweltbundesamt (UBA) behandelt das Thema Luftqualität im aktuellen Magazin „Schwerpunkt: Gesunde Luft“. Die Publikation stellt die relevantesten Luftschadstoffe vor, erläutert Grundlagen der Luftreinhaltung und beschreibt Messverfahren sowie Berechnungsmethoden zur Krankheitslast.
