Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die enormen Herausforderungen des Gartenbaus hat Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), beim gestrigen Praxisbesuch mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir deutlich gemacht. Während des Rundganges in der Gärtnerei Böck bei München sprach Mertz die aktuelle Situation und die nötige Unterstützung für die gärtnerischen Betriebe an.

Tauschten sich über die Belange und Herausforderungen des Gartenbau aus (v.l.: Christian Ufen (Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau), Hermann Berchtenbreiter (Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes), Jürgen Mertz (Präsident des Zentralverbandes Gartenbau), Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Ludwig Hartmann (Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag), Wilhelm Böck (Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau). (Foto: BGV/Freimuth)

„Der Gartenbau sorgt für eine gesunde und sichere Ernährung der Bevölkerung und mit seinen Produkten und Dienstleistungen auch für emotionalen Halt“, betonte Mertz. Das habe nicht zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt. Angesichts der deutlich gestiegenen Betriebsmittelpreise und vor allem der Unsicherheit bei der Energieversorgung seien diese Leistungen bedroht.

Mertz machte deutlich, dass die Produktion im Gartenbau nicht pausieren oder einfach angehalten werden kann, sondern bereits jetzt Vorplanungen für das nächste Jahr nötig seien. Zudem bestehe die Notwendigkeit einer sicheren Energieversorgung im Vorfeld der Freiland- und Freizeitsaison für die Unterglas-Betriebe.

„Wir müssen den Gartenbau über den Winter bringen“, mahnte Mertz eindringlich. Dazu zähle auch die schnelle und unbürokratische Umsetzung der zugesagten Krisenmittel und zwar für alle Gartenbaubereiche. Andernfalls sei die regionale Produktion in Deutschland bedroht.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir betont: „Gesundes Gemüse nachhaltig bei uns vor der Haustür produzieren, das hat einen hohen Wert! Es ist mir deshalb wichtig, beides zu machen: Jetzt, wo der schreckliche Krieg in der Ukraine auch den Gartenbau stark fordert, helfen wir dabei, Notlagen schnell und unbürokratisch abzufedern. Dazu stehen uns für die Landwirtschaft 180 Mio. Euro zur Verfügung. Mir ist aber auch wichtig, die Betriebe langfristig dabei zu unterstützen, klima- und umweltfreundlich zu produzieren. Das tun wir beispielsweise mit unserem Programm für eine bessere Energieeffizienz im Gartenbau und den verschiedenen Projekten im Rahmen der Forschungsprogramme Gartenbau 4.0, nicht-chemischer Pflanzenschutz und urbaner Gartenbau. Und nicht zuletzt mit unseren vielen verschiedenen Initiativen im Rahmen der Torfminderungsstrategie.“

„Die gärtnerischen Unternehmen arbeiten intensiv daran, den Einsatz von Torf zu reduzieren und die Düngung noch effizienter zu gestalten“ betonte Mertz abschließend. Trotz vieler Anstrengungen, beispielsweise mit dem enormen Einsatz von Nützlingen im Unterglasanbau, sei der Gartenbau auf tragfähige, wirksame Pflanzenschutzmittel im integrierten Pflanzenschutz angewiesen, so der ZVG-Präsident.

 

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