Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Mit insgesamt rund 48.000 Hektar Fläche haben Golfplätze ein großes Potenzial für den Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland. Wie es um die Biodiversität auf Golfplätzen steht, untersuchen nun die Universitäten TU München, Freiburg, Kiel und Münster zusammen mit dem Deutschen Golf Verband e.V. (DGV) im Projekt „GolfBiodivers“.

Aufgewertete Saumvegetation einer Golfanlage © Johannes Simon-Kutscher

Ziel ist es, Golfplätze unter wissenschaftlicher Begleitung ökologisch aufzuwerten. Im Projekt werden 32 Golfanlagen in neun Bundesländern dabei unterstützt, erste Maßnahmen unter anderem zum Insektenschutz modellhaft umzusetzen. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und vom Bundesumweltministerium im Bundesprogramm Biologische Vielfalt mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert.

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Fläche ist eine endliche Ressource, mit der der Mensch sparsam umgehen muss. Dazu gehört auch, dass unbebaute, nicht versiegelte Siedlungsflächen wie Parks oder Golfplätze ökologisch aufgewertet werden und so dazu beitragen, Arten zu erhalten und Biotope zu vernetzen. Darüber hinaus bringt das Projekt Naturschutz und Sport zusammen und sorgt so für mehr Akzeptanz auf beiden Seiten.“

Das Verbundvorhaben GolfBiodivers soll dazu beitragen, Biodiversität auf Sportanlagen bundesweit zu stärken. Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf der Förderung von Insekten.

Hintergrund

Im Projekt „GolfBiodivers“ ist zur konkreten Verbesserung der biologischen Vielfalt auf Golfanlagen in Deutschland ein fünfstufiges Vorgehen geplant:

1. Analyse des Biodiversitätspotenzials von Golfanlagen über Landschaftsanalysen auf 32 ausgewählten Anlagen

2. Ökologische Aufwertung der ausgewählten Golfanlagen durch Naturschutzmaßnahmen wie die Umwandlung artenarmer Grasflächen in Blühwiesen, Säume und Blühstreifen; extensive Hecken- und Gehölzpflege sowie die Schaffung von Nisthilfen für Insekten und Vögel

3. Wissenschaftliche Untersuchung von Effekten der Maßnahmen insbesondere auf Heuschrecken, Tagfalter, Wildbienen, Vögel und Fledermäuse unter Beteiligung von Mitgliedern der Golfclubs

4. Ökologische Aufwertungsplanung für weitere 32 Golfanlagen auf Grundlage der Erfahrungen und wissenschaftlichen Ergebnisse der durchgeführten Aufwertungsmaßnahmen und Entwicklung eines modellhaften Konzeptes zur Biodiversitätsbewertung von Golfanlagen

5. Umfassende Schulung von Golfplatzpersonal, Vernetzung mit anderen Sportanlagenbetreibenden, Kommunen und Verbänden, Umweltbildung für Schulklassen und Öffentlichkeitsarbeit zu Biodiversität auf Golfanlagen.

Ziel ist es weiterhin, die Projektergebnisse bundesweit weiteren Betreibenden von Golf- und Sportanlagen zu vermitteln, um gezielte Maßnahmen für die biologische Vielfalt von Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen zu fördern. Das Projekt wird in folgenden Bundesländern umgesetzt: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Projekt-Steckbrief: 1. Link

Bundesprogramm Biologische Vielfalt: 2. Link

 

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