Gesundheitliche Vorteile und Anbau in Deutschland
Weißkohl, auch als Weißkraut bekannt, ist ein vielseitiges Gemüse, das in Deutschland zu den beliebtesten Kohlarten zählt. Im Durchschnitt verzehrte jeder Deutsche im vergangenen Jahr 5,3 Kilogramm Weiß- und Rotkohl. Das Gemüse ist ein Lieferant von Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralstoffen.
Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil an Folsäure, der zusammen mit B-Vitaminen den Stressabbau unterstützen kann. Die enthaltenen Ballaststoffe fördern zudem die Verdauung.
Heimischer Anbau und Qualitätsmerkmale
Obwohl Weißkohl lange Zeit als „Arme-Leute-Essen“ galt, bietet er zahlreiche Vorteile. Er belegt Platz vier der wichtigsten Kohlarten in Deutschland und ist vielseitig in der Küche einsetzbar. Besonders in den Monaten mit geringem Angebot an frischem, heimischem Gemüse gewinnt Kohl an Bedeutung.
Rund 90 Prozent des in Deutschland verbrauchten Weißkohls stammen aus heimischem Anbau, vorzugsweise aus Norddeutschland. Das größte geschlossene Anbaugebiet befindet sich in Dithmarschen, wo spezifische Qualitätsvorschriften für Weißkohl existieren.
Kohlarten im Überblick
Die Rangliste der meistverkauften Kohlarten im Jahr 2018 zeigt die Beliebtheit von Weißkohl im Vergleich zu anderen Sorten:
- Blumenkohl
- Brokkoli
- Kohlrabi
- Weißkohl
- Rosenkohl
- Chinakohl
- Spitzkohl
- Wirsing
- Rotkohl
- Grünkohl
Historie und Verarbeitung
Die Bezeichnung „Krauts“ für Deutsche ist auf eine beliebte Zubereitungsform zurückzuführen. Weißkohl stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und war bereits im alten Rom bekannt, bevor er sich in den deutschen Regionen verbreitete. Seine Vorteile liegen in seiner Wirtschaftlichkeit und der Möglichkeit, große Mengen zu verarbeiten.
Ein erheblicher Anteil des Weißkohls wird in Deutschland zu Sauerkraut verarbeitet. Dabei wird der Kohl geschnitten, gestampft und über mehrere Wochen durch Milchsäurebakterien fermentiert. Lediglich Salz wird hinzugefügt, da die Bakterien natürlicherweise auf dem Kohl vorhanden sind.
Vielseitige Verwendung in der Küche
Der Weißkohl mit seinen festen, hellgrünen Blättern ist ein vielseitiges Gemüse. Er eignet sich für deftige Eintöpfe, Kohlrouladen oder Salate, beispielsweise mit Äpfeln und Speck. Auch eine Quiche mit Weißkohl ist eine Option. Alternativ können die Blätter im Wok gebraten oder im Ofen geschmort werden.
Saison, Einkauf und Lagerung
Weißkohl ist ein typisches Herbst- und Wintergemüse, ist aber bereits ab dem Frühjahr erntefrisch erhältlich. Die Frühjahrssorten sind milder im Geschmack. Die Haupternte beginnt im September. Dank seiner guten Lagerfähigkeit ist regional angebauter Weißkohl fast das ganze Jahr über im Handel verfügbar. In Deutschland wird Weißkohl auf rund 5.600 Hektar angebaut, wobei Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern die größten Anbaugebiete sind. Jährlich werden etwa 400.000 Tonnen Weißkohl geerntet.
Qualitativ guter Weißkohl zeichnet sich durch einen fest geschlossenen Kopf ohne Fraß- oder Schlagstellen, Verfärbungen oder welke Blätter aus. Im Kühlschrank ist Weißkohl etwa zwei Wochen haltbar, Frühjahrssorten bis zu zehn Tage.
Zubereitungstipps
Die äußeren Blätter des Weißkohls dienen als natürliche Verpackung. Nach deren Entfernung kann der Kohl direkt weiterverarbeitet werden, ohne zusätzliches Abspülen. Um die gesunden Inhaltsstoffe zu erhalten, sollte Weißkohl nur kurz gekocht werden. In Streifen geschnitten benötigt er gekocht 5–7 Minuten und gedämpft 5–10 Minuten. Gefüllte Blätter benötigen beim Köcheln 25–45 Minuten und beim Dämpfen 20–40 Minuten.
Für die Zubereitung kann der Kopf halbiert und geviertelt werden, der harte Strunk wird keilförmig entfernt. Zum Schmoren wird der Kohl quer in schmale Streifen geschnitten. Für Salate kann er mit einem Krauthobel fein geraspelt werden. Wer eine mürbere Konsistenz bevorzugt, kann den geschnittenen Kohl salzen und stampfen, um die Blattstruktur aufzubrechen. Für Kohlrouladen werden ganze Blätter blanchiert, gefüllt, angerollt, angebraten und geschmort.
