Wurzelschutz von Straßenbäumen: Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Grüne Stadt

Baumwurzeln und unterirdische Versorgungsleitungen geraten oft in Konflikt. Tiefbaumaßnahmen können das Wurzelwerk schädigen, was die Standsicherheit der Bäume gefährdet. Eine fachkundige Begleitung ist essenziell, um Schäden zu vermeiden und die Gesundheit der Stadtbäume zu gewährleisten.

Experten diskutieren Wurzelschutz im Straßenbau

Die Fortbildung zielte darauf ab, bewährte Praktiken im Wurzelschutz aufzuzeigen. Experten aus Baumpflege, Kommunalverwaltung und Wissenschaft referierten vor rund 105 Firmeninhabern, Mitarbeitern von QBB-Mitgliedsunternehmen und Vertretern des AK Baum. Dr. Markus Streckenbach, Sachverständiger für urbane Vegetation, führte in das Thema ein und erläuterte die Besonderheiten und die Bedeutung der Wurzelbereiche von Stadtbäumen.

Andreas Schoof, verantwortlich für Baumpflege, Baumkontrolle und Straßenbegleitgrün im Bezirksamt Nord der Hansestadt Hamburg, stellte das Hamburger Modell vor. Dort ist eine baumpflegerische Begleitung bei Tiefbaumaßnahmen in Baumnähe verpflichtend. Tiefbaufirmen müssen ihre Maßnahmen anmelden und die Auflagen zum Baumschutz des Bezirksamtes beachten. Verstöße können zu Strafverfahren und hohen Geldstrafen führen.

Wann immer in Hamburg eine Tiefbaumaßnahme in der Nähe von Bäumen stattfindet, muss eine baumpflegerische Begleitung der Arbeiten stattfinden. Die Tiefbaufirma muss ihre Maßnahme anmelden und die Auflagen zum Baumschutz des Bezirksamtes beachten. Darüber hinaus werden alle Tiefbauarbeiten baumpflegerisch begleitet.

Jan Dreß von der Baumpflege Bollmann GmbH berichtete über die praktische Umsetzung. Sein Unternehmen begleitet Baumaßnahmen im Baumumfeld, um den Schutz der Bäume und ihrer Wurzeln zu gewährleisten. Über die Baubegleitung wird ein Protokoll erstellt, das mögliche Wurzelbeschädigungen oder -verluste dokumentiert und dem Auftraggeber als Grundlage für zukünftige Baumkontrollen dient. Dr. Streckenbach bezeichnete diese Vorgehensweise als optimal, was sich auch in der geringen Anzahl von Baumunfällen in Hamburg trotz vieler Straßenbäume zeige.

Wurzelpflege als Geschäftszweig für Baumpflegefirmen

Die Experten waren sich einig, dass die Wurzelpflege von Stadtbäumen ein oft unterschätzter Geschäftsbereich für Baumpfleger ist. Hans Rhiem betonte, dass die Themen Baumkontrolle und Verkehrssicherheit in Kommunen an Bedeutung gewonnen haben. Dies biete Baumpflegefirmen die Chance, sich in Städten und Gemeinden zu etablieren. Eine umfassende Schulung der Mitarbeiter im Bereich der Wurzelbehandlung sei daher wichtig.

Die Themen Baumkontrolle und Verkehrssicherheit haben in den vergangenen Jahren in den Kommunen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Baumpflegefirmen haben jetzt mehr denn je die Chance, sich in den Städten und Gemeinden zu etablieren.

Rhiem äußerte die Erwartung, dass die QBB-Mitglieder durch die Fortbildung für dieses Thema sensibilisiert werden, sich weiterbilden, den Kontakt zu Kommunen suchen und ihre Sachkunde weitergeben.

Betriebsbesichtigung und Mitgliederversammlung

Am zweiten Tag der Mitgliederschulung stand die Besichtigung des neuen Betriebsgeländes der Baumdienst Enbergs GmbH in Castrop-Rauxel im Mittelpunkt. Dort fanden vier Workshops statt, darunter zu Sicherungspflichten in der Baumpflege, Baumpflanzung, innovativen Baumsicherungssystemen und der Präsentation einer neuen Hubarbeitsbühne.

Die QBB-Mitgliederversammlung bildete den Abschluss der zweitägigen Veranstaltung. Hans-Hermann Stöteler wurde als 2. Vorsitzender der QBB bestätigt. Günter Reuter, der das Amt des Schatzmeisters kommissarisch innehatte, wurde offiziell in diese Position gewählt. Die nächste Mitgliederschulung und Mitgliederversammlung der QBB ist für den 7. und 8. Juli 2017 auf der IGA in Berlin geplant.

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