Vielfältige Bedeutung und ökologischer Wert der Distel
Disteln sind als Nahrungsquelle für Insekten und Vögel, als Kultur- und Heilpflanzen sowie als Zierpflanzen von Bedeutung. Sie werden in Gärten und Grünräumen oft unterschätzt.
Disteln sind sehr wichtige Nahrungspflanzen für eine Vielzahl von Insekten, die ihre Blüten besuchen, oder sich, wie die Raupen des Distelfalters, von ihren Blättern ernähren. Die Samen der Korbblütlerdisteln sind ein nahrhaftes Futter für eine Vielzahl an Singvögeln. Aufgrund seiner Vorliebe für Distelsamen wird der Stieglitz auch Distelfink genannt. Auch als Kulturpflanzen sind Disteln wichtig: Mariendistel und Benediktenkraut als Heilpflanzen, Artischocke als Gemüse, Saflor als Ölsaat und Safran-Ersatz.
Die meisten Distelarten gehören zur Familie der Korbblütler, zu der auch Astern, Dahlien, Gänseblümchen, Löwenzahn, Margeriten und Sonnenblumen zählen. Eine weitere große Gruppe findet sich bei den Doldenblütlern, verwandt mit Dill, Fenchel, Karotte, Kerbel, Koriander, Petersilie und Schierling.
Merkmale und Standortansprüche der Distelarten
Die Beliebtheit von Disteln ist hierzulande aufgrund ihrer Dornen oft eingeschränkt. Es existieren jedoch auch dornenlose Varianten. Neben hartnäckigen Beikräutern wie der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) gibt es zahlreiche Distelarten, die nur einmal blühen und nach der Samenbildung absterben, wodurch sich ihre Ausbreitung in Grenzen hält.
Für die Keimung benötigen Disteln einen offenen, gut durchlässigen Boden. In dicht bewachsenen Staudenbeeten können sie sich meist nicht etablieren. Im Bereich der Gartenstauden sind insbesondere die Edeldisteln oder Mannstreu-Arten (Eryngium) relevant, da sie bei Bestäubern sehr beliebt sind. Diese Gattung ist nahezu weltweit verbreitet.
