Branchenverbände

Bürokratieabbau bleibt zentrales Thema im Mittelstand

Beim Politikerpraktikum im Rahmen der Kampagne „GaLaBau in Politik & Praxis“ diskutierten Dr. Daniela Sommer und Unternehmer Hermann Ruckert über Bürokratiebelastungen im Mittelstand. Im Fokus standen unter anderem Erdaushub-Entsorgung, Datenschutz und gesetzliche Auflagen.

Politikerpraktikum bei GaLaBau-Unternehmen thematisiert Belastungen für den Mittelstand

Im Rahmen der Kampagne „GaLaBau in Politik & Praxis“ absolvierte Dr. Daniela Sommer, Landtagsabgeordnete der SPD in Hessen, ein Politikerpraktikum beim Unternehmen Hermann Ruckert Garten- und Landschaftsbau in Rosenthal. Eingeladen hatte der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand vor allem die Belastung mittelständischer Unternehmen durch bürokratische Vorgaben. Nach Angaben von Dr. Daniela Sommer wurde das Thema bereits in mehreren Praktika bei Unternehmen verschiedener Branchen angesprochen.

Mittelstand sieht Wettbewerbsfähigkeit gefährdet

Sowohl Unternehmer Hermann Ruckert als auch Dr. Daniela Sommer betonten die besondere Situation mittelständischer Betriebe. Begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen machten einfache und praxisnahe gesetzliche Rahmenbedingungen besonders wichtig.

Nach Einschätzung der Beteiligten verursache unnötige Bürokratie zusätzliche Kosten, erschwere betriebliche Abläufe und hemme Innovationen. Das Bürokratieentlastungsgesetz II aus dem Jahr 2017 habe vor allem Kleinstunternehmen entlastet, mittelständische Betriebe sähen jedoch weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.

Probleme bei Entsorgung von Erdaushub

Ein konkretes Beispiel aus dem Betriebsalltag betrifft die Entsorgung von Erdaushub. Bereits bei kleineren Mengen seien Bodengutachten erforderlich, um Material entsorgen zu können.

Nach Angaben des Unternehmens verschärfen sinkende Deponiekapazitäten sowie gesetzliche Vorgaben wie die Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz die Situation zusätzlich. Teilweise müssten Unternehmen lange Transportwege in Kauf nehmen, um Erdaushub entsorgen zu können.

Dies führe nicht nur zu höheren Kosten, sondern werde auch aus ökologischer Sicht kritisch bewertet.

Datenschutz und Verwaltungsaufwand belasten Betriebe

Auch die Datenschutzgrundverordnung wird von vielen mittelständischen Unternehmen als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen. Regelungen, die ursprünglich für große datenverarbeitende Unternehmen entwickelt worden seien, ließen sich im Betriebsalltag kleinerer Unternehmen nur mit erheblichem Aufwand umsetzen.

Für Betriebe im Garten- und Landschaftsbau bedeute dies zusätzliche Verwaltungsarbeit neben dem eigentlichen Kerngeschäft. Unternehmer Hermann Ruckert betonte, dass er sich lieber auf den Bau von Gärten und Grünanlagen konzentrieren würde.

Grünanlagen leisten nach Einschätzung der Beteiligten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität, Gesundheit und zum sozialen Miteinander. Gleichzeitig steigt jedoch der organisatorische Aufwand für Unternehmen, um sämtliche gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

20.08.2018

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e.V. (FGL)

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65205Wiesbaden
Deutschland

Tel.:+49 612 293114-14
Fax:+49 612 293114-24

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