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Lieferengpässe bremsen deutsche Industrie trotz stabiler Nachfrage

Trotz stabiler Nachfrage gerät die deutsche Industrie unter Druck: Lieferengpässe, hohe Energiepreise und knappe Rohstoffe bremsen die Produktion. Der EMI bleibt im Wachstumsbereich, signalisiert jedoch eine spürbar eingetrübte Stimmung.

Störungen in Lieferketten und steigende Kosten belasten Produktion und Erwartungen

Die deutsche Industrie sieht sich weiterhin mit erheblichen Störungen in den Lieferketten konfrontiert. Das zeigt der aktuelle Einkaufsmanager-Index (EMI), der im Oktober auf 57,8 Punkte gesunken ist. Trotz des Rückgangs bleibt der Frühindikator damit über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert weiterhin Expansion.

Seit nunmehr 16 Monaten bewegt sich der Index im Wachstumsbereich. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Anzeichen, dass Produktionsprozesse zunehmend ins Stocken geraten. Ursachen sind vor allem Rohstoffknappheit, Kapazitätsengpässe bei Zulieferern und anhaltende Transportprobleme.

Produktion gerät unter Druck

„Der EMI hält sich bereits seit 16 Monaten deutlich über der Referenzlinie von 50 Punkten. Das spricht für die Robustheit der deutschen Industrie. Gleichzeitig beobachten wir aber auch, dass die Produktion aufgrund der Rohstoffknappheit an den Märkten, Kapazitätsengpässen bei Zulieferern sowie anhaltenden Transportproblemen mehr und mehr ins Stocken gerät“

Die anhaltenden Engpässe führen dazu, dass Unternehmen ihre Erwartungen für die kommenden Monate nach unten korrigieren. Der Teilindex für den Jahresausblick hat den niedrigsten Stand seit August 2020 erreicht.

Angebotsprobleme statt Nachfrageschwäche

Die Nachfrage nach Industrieprodukten bleibt hoch, während die Angebotsseite zunehmend zum limitierenden Faktor wird. Engpässe entlang der Lieferketten sorgen für Verzögerungen und treiben gleichzeitig die Preise nach oben.

„Der EMI zeigt es ganz deutlich: Die Stimmung in der deutschen Industrie wird weiter schlechter“

Steigende Energiepreise und unsichere Lieferbedingungen verstärken den Druck auf die Unternehmen zusätzlich. Experten gehen davon aus, dass sich diese Situation noch über einen längeren Zeitraum hinziehen wird.

Konjunktur mit gedämpfter Dynamik

Für das vierte Quartal wird lediglich ein schwaches Wachstum erwartet. Nach einer starken Entwicklung im Sommer verliert die Konjunktur an Dynamik, bleibt jedoch insgesamt stabil.

„Es wird aber bei der Konjunktur wohl nur eine Delle werden, nicht ein Motorschaden.“

Auch strukturelle Herausforderungen wie der Fachkräftemangel rücken wieder stärker in den Fokus. Insgesamt dürfte die wirtschaftliche Erholung länger dauern als ursprünglich angenommen.

Rohstoffmärkte bleiben angespannt

Die Situation auf den Rohstoffmärkten verschärft die Lage zusätzlich. Trotz steigender Produktionsmengen bleibt die Versorgungslage angespannt, etwa bei Aluminium. Sinkende Lagerbestände und mögliche Produktionsausfälle wirken sich auf die Preisentwicklung aus.

Vor allem energiebedingte Einschränkungen in wichtigen Produktionsländern beeinflussen die globale Versorgung. Auch für das kommende Jahr wird daher mit anhaltenden Engpässen gerechnet.

04.11.2021

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