Bedeutung und Funktionen von Mooren
Die Revitalisierung von Mooren stellt eine wichtige Maßnahme für den Klima- und Naturschutz dar. Eine neue Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) mit dem Titel „Natura 2000 und Management in Moorgebieten“ beleuchtet, wie Synergien genutzt und potenzielle Zielkonflikte frühzeitig identifiziert und gelöst werden können.
Moore erfüllen wichtige Funktionen und stellen einzigartige Ökosysteme dar. Sie bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten wie Torfmoosen, Sonnentau und Rosmarinheide einen Lebensraum. Zudem speichern Moore in ihrem Torfkörper über Jahrtausende große Mengen an Kohlenstoff und wirken als Senke für Kohlenstoffdioxid. Werden Moore entwässert oder zerstört, verlieren sie diese Funktionen und setzen Treibhausgase frei.
Herausforderungen bei der Moorrevitalisierung
Die Wiedervernässung von Mooren gewinnt aufgrund ihrer Klimarelevanz zunehmend an Bedeutung. Das Ziel ist in der Regel ein intaktes Moor mit einem hohen, moortypischen Wasserstand. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich in entwässerten und genutzten Gebieten oft wertvolle sekundäre Pflanzen- und Tiergemeinschaften etabliert haben. Diese Bereiche dienen häufig als Refugien für gefährdete Arten und Lebensräume, die in der Kulturlandschaft aufgrund intensiver Landnutzung keinen Platz mehr finden.
Unter diesen Arten und Lebensraumtypen befinden sich auch solche, die europarechtlich geschützt sind. Bei Baumaßnahmen, Pflegemaßnahmen oder der Anhebung des Wasserstands können daher Naturschutz-Zielkonflikte entstehen. Dies kann zu Beeinträchtigungen und Gefährdungen von Individuen bis hin zum Rückgang von Arten führen. Betroffen sind nicht nur Vögel, die Nahrungs- und Brutflächen verlieren, sondern auch Amphibien, Reptilien, Insekten und Pflanzenarten.
Lösungsansätze und Planungsgrundlagen
Bei der Moorrevitalisierung kann es zu Zielkonflikten zwischen verschiedenen Naturschutzzielen kommen. Denn häufig haben sich auf trockeneren Teilflächen ebenfalls schützenswerte Arten angesiedelt. Die von uns entwickelte Handreichung zeigt, wie diese Zielkonflikte schon zu Beginn einer Planung von Wiedervernässungsmaßnahmen oder im Laufe ihrer Umsetzung erkannt und dafür frühzeitig Lösungen entwickelt werden können. Die Beiträge und der ergänzende Handlungsleitfaden sind eine wertvolle Information und Handreichung für Planungsbüros, Verbände, Behörden und andere Institutionen.
Eine frühzeitige und räumlich differenzierte Erfassung der bodenkundlichen und hydrologischen Verhältnisse sowie der naturschutzfachlich wertvollen Bereiche und Arten ist eine Grundvoraussetzung für optimale Lösungen bei Moorrevitalisierungsprojekten. Des Weiteren sind die Definition konkreter Ziele, eine zeitlich und räumlich differenzierte Maßnahmenplanung sowie Kontrollen während der Umsetzung unerlässlich.
Bezugsquellen der Publikation
Der Band 140 „Natura 2000 und Management in Moorgebieten“ aus der Reihe Naturschutz und Biologische Vielfalt ist über den BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup oder über den Buchhandel erhältlich. Die Publikation wurde von VISCHER-LEOPOLD, M., ELLWANGER, G., SSYMANK, A., ULLRICH, K. & PAULSCH, C. (2015) verfasst und hat die ISBN: 978-3-7843-4040-1. Der ergänzende Handlungsleitfaden ist zudem im Internet verfügbar.
