Gezielte Gehölzauswahl für den Artenschutz
Bei der Auswahl von Bäumen und Sträuchern für den Garten ist es ratsam, auf die Blütezeit sowie das Angebot an Nektar und Pollen zu achten. Eine Kombination von Gehölzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, gewährleistet eine kontinuierliche Nahrungsversorgung für Insekten über einen längeren Zeitraum. Ein solcher Garten unterstützt den Artenschutz.
Für eine fundierte Auswahl insektenfreundlicher Sorten kann eine Fachgärtnerei beratend zur Seite stehen.
Frühe und mittlere Nahrungsquellen
Die Kornelkirsche (Cornus mas) öffnet ihre hellgelben Blüten bereits vor dem Laubaustrieb ab Februar und dient Insekten als frühe Nahrungsquelle. Aus den Blüten entwickeln sich dunkelrote Kirschen, die von Menschen und Vögeln genutzt werden.
Der Holzapfel (Malus sylvestris), auch Zier- oder Wildapfel genannt, zeichnet sich durch eine weiße Blütenpracht im Frühling und kleine Früchte im Herbst aus. Er benötigt im Gegensatz zu Zuchtsorten keinen regelmäßigen Schnitt. Während der Blütezeit im April und Mai zieht er Bienen an, und seine Früchte dienen Vögeln als Winterfutter.
Die Schwarze Apfelbeere (Aronia) bietet im Frühjahr attraktive Blüten und im August Früchte, die sich zu Saft oder Konfitüren verarbeiten lassen. Die schwarzblauen Beeren der Felsenbirne (Amelanchier) sind ebenfalls essbar. Ihre zarten weißen Blüten im Frühjahr machen den Großstrauch zu einer Bereicherung für naturnahe Gärten.
Späte Nahrungsquellen für Insekten
Der Bienenbaum (Tetradium daniellii) ist aufgrund seines Namens prädestiniert für insektenfreundliche Gärten. Seine Schirmrispen blühen im Juli und August, wenn viele andere Sträucher bereits verblüht sind. Sie bieten Insekten viel Nektar und verströmen einen angenehmen Duft.
Der Blasenstrauch (Colutea arborescens) ist ein weiterer sommerblühender Strauch. Seine goldgelben Blüten erscheinen von Mai bis August und entwickeln sich zu blasenartigen Früchten.
Für ein Nahrungsangebot im Herbst empfehlen Gärtner den Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium). Dieses pflegeleichte Gehölz aus China blüht je nach Witterung bis in den November. Seine duftenden weißen Rispen ziehen Bienen und andere Insekten an.
Noch später im Jahr, bei milder Witterung von Dezember bis März, blüht der Duft-Schneeball (Viburnum farreri). Er bietet eine frühe Nahrungsquelle im neuen Jahr.
Vorteile älterer Gehölze
Ein Baum oder Strauch benötigt in der Regel einige Jahre, bis er zum ersten Mal blüht. Gartenbaumschulen bieten Gehölze an, die bereits über Jahre herangezogen wurden. Die Investition in ältere Bäume und Sträucher kann sich lohnen, da sie dem Garten von Anfang an Struktur und Charakter verleihen. Zudem blühen sie je nach Art oft schon im Pflanzjahr.
