Vielfalt in Wuchs und Farbe der Ziergräser
Die filigranen Halme von Gräsern bewegen sich bereits beim leisesten Windhauch und verleihen Gärten eine besondere Dynamik. Hohe Sorten eignen sich als Solitärpflanzen oder für die Hintergrundgestaltung. Mittelhohe Gräser sind Partner in Stauden- oder Rosenbeeten, wo sie Struktur und Textur bieten und die Wirkung benachbarter Pflanzen hervorheben können. In blütenarmen Zeiten setzen sie zusätzliche Höhepunkte. Niedrige, polsterförmige Sorten dienen als Bodendecker oder füllen grüne Lücken.
Das Sortiment an Süßgräsern, die in allen Klimazonen der Erde vorkommen und etwa 12.000 Arten umfassen, ist in den letzten 50 Jahren stetig gewachsen. Die Größen reichen von vier Meter hohen Riesen bis zu bodendeckenden Sorten. Neben Grüntönen gibt es Gräser in Braun, Gelb, Grau und Silber. Das Blutgras zeichnet sich durch rote Blattspitzen aus.
Die Blütenfarben variieren von Weiß und Silber über Rosa und Rot bis zu verschiedenen Brauntönen. Viele Gräser entwickeln zudem eine besondere Herbstfärbung. Auch im Winter bleiben die Blütenstände attraktiv, besonders wenn sie von Raureif, Frost oder Schnee überzogen sind.
Heimische und exotische Sorten im Überblick
Der Gartenfachhandel bietet sowohl heimische Arten wie Seggen (Carex) und Perlgras (Melica) als auch exotische Sorten wie Pampasgras (Cortaderia) aus Südamerika und Chinaschilf (Miscanthus). Diese haben sich in der modernen Gartengestaltung etabliert.
Ein Beispiel für eine beliebte Sorte ist das Lampenputzergras (Pennisetum). Es zeichnet sich durch einen kompakten Blatthorst und überhängende, hohe Blütenstände aus. Die Sorte 'Hameln', eine deutsche Züchtung aus dem Jahr 1971, erreicht eine Höhe von etwa 60 Zentimetern. 'Paul’s Giant' wird bis zu 1,50 Meter hoch, während 'Little Bunny' nur etwa 30 Zentimeter misst. Lampenputzergras eignet sich nicht nur für den Garten, sondern auch für die Kultur in Schalen, Kästen und Kübeln.
Geringer Pflegeaufwand für langlebige Schönheit
Trotz ihrer filigranen Erscheinung sind Gräser in der Regel robust und widerstandsfähig. Am richtigen Standort gepflanzt, gedeihen sie auch an Plätzen, die für andere Mehrjährige zu trocken sind. Ihr Pflegeaufwand ist gering. Frostharte Gräser benötigen lediglich einen Rückschnitt im Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Auf Dünger kann meist verzichtet werden, und viele Gräser überstehen Trockenperioden gut, wodurch Gießen oft nicht notwendig ist. Dies macht sie zu vielseitigen Pflanzen.
Karl Foersters Vision für die deutsche Gartenkultur
Der Gärtner und Philosoph Karl Foerster (1874–1970) sah in Gräsern eine tragende Rolle für die deutsche Gartenkultur. Er beschrieb sie poetisch als „Haar der Mutter Erde“ und prognostizierte bereits in den 1960er-Jahren, dass ihre Bedeutung im Gartenleben noch nicht vollständig absehbar sei, da ihr Einzug erst in den Anfängen stecke. Seine Einschätzung bestätigte sich nach seinem Tod, als die Popularität der Gräser stark zunahm.
Gräser sind das Haar der Mutter Erde
Foerster verglich Gräser im Gartenkonzert mit „Harfen“ – filigran, leicht und schön. Ziergräser in Gärtnerqualität sind in Einzelhandelsgärtnereien und GartenBaumschulen erhältlich. Fachhändler können über die Suchfunktionen der Verbands-Websites gefunden werden.
