Die Grüne Stadt

Mehr Grün in der Stadt: Forderungen an die bayerische Landesregierung

Ein Aktionsbündnis fordert von der bayerischen Landesregierung mehr Nachhaltigkeit im Wohnungsbau. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern skizziert konkrete Lösungsansätze für urbane Begrünung und ein verbessertes Stadtklima.

Potenziale urbaner Begrünung für nachhaltigen Wohnungsbau

Zuwanderung, Wohnungsknappheit, steigende Mieten und explodierende Grundstückspreise erfordern einen verstärkten Neubau in Bayern. Die bayerische Staatsregierung hat mit dem „Werkzeugkasten für mehr bezahlbaren Wohnraum in Bayern“ signalisiert, dass sie den Mangel an bezahlbarem Wohnraum als prioritäres Problem wahrnimmt. Die darin enthaltenen Maßnahmen, die das Aktionsbündnis seit Jahren fordert, sind grundsätzlich zu begrüßen.

Der Freistaat plant, über die neu gegründete Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim kostengünstigen Wohnraum zu schaffen und finanzielle Förderprogramme für private und kommunale Investitionen zu stärken. Ziel ist es teilweise, die Flächeninanspruchnahme durch Aufwertung der Ortskerne und Flächenentsiegelungen zu mindern. Angesichts der Debatten um Klimaschutz, Feinstaub und Flächenversiegelung wird das Potenzial von urbanem Grün jedoch nicht in dem Maße genutzt, wie es technisch bereits möglich wäre.

Intensiv begrünte Gebäude können das Stadtklima entscheidend verbessern. Höhere Aufbauten auf Tiefgaragen oder begrünte Gebäude bieten Raum für den Rückhalt von Regenwasser und eignen sich für das Anpflanzen von Großgehölzen. Dies trägt zur Entstehung eines verbesserten Mikroklimas bei.

Vorteile und politische Forderungen für eine grüne Stadtentwicklung

Durch mehr Grün wird die Biodiversität gesteigert. Regenretentionssysteme und stärkere Substrathorizonte führen nicht zwingend zu höheren Baukosten. Die Wohnungswirtschaft könnte durch angepasste Baurechte entlastet werden. Ein Kurswechsel in der Gesetzgebung könnte die Herausforderung des Siedlungsdrucks zu einer Chance für Mensch und Natur machen.

Städte ließen sich durch Intensivbegrünung zu naturnahen Räumen weiterentwickeln. Der Wohnwert, die Lebensqualität und die Gesundheit der Menschen würden signifikant aufgewertet. Neuartig begrünte Grundstücke und Gebäude würden langfristig stärker im Wert wachsen als konventioneller Wohnraum.

Der VGL Bayern fordert von der neuen Landesregierung eine Änderung der Rahmenbedingungen für Kompensationsflächen. Zukünftig sollen die Sanierung von Grünflächen, intensive Gebäudebegrünung mit Regenwasserrückhalt und die erforderliche Pflege als hinreichende Ausgleichsmaßnahmen gewertet werden können. Dies würde Kompensationen auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen oder potenziellem Bauland vermeiden.

Darüber hinaus erwartet der Verband von der Politik ein zeitgerechteres Baurecht, das Immobilienbesitzern Anreize bietet, den veränderten Lebensraum der Zukunft mit Stadtgrün kostenneutral für die Bauwirtschaft zu gestalten. Zudem werden weitere Förderprogramme auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene als Steuerungselement für einen veränderten Städtebau und mehr Initiativen rund um das Thema „Grün in die Stadt“ gefordert.

11.10.2018

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