ZVG fordert Kontinuität und warnt vor Risiken der Neuordnung
Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) spricht sich für die Einrichtung eines Bundesträgers der landwirtschaftlichen Sozialversicherung aus. Gleichzeitig betont der Verband die Notwendigkeit, die bisherige Arbeit der Gartenbau-Berufsgenossenschaft für alle Bereiche des Gartenbaus fortzusetzen. Dies erklärte Heinz Herker, Präsident des ZVG, anlässlich eines Jahresgesprächs mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner in Berlin.
Jürgen Mertz, ZVG-Vizepräsident und Vorsitzender der Sozialversicherung für den Gartenbau, hob die Leistungen der Gartenbau-Berufsgenomschaft hervor. Diese umfassen Bonuszahlungen, erfolgreiche Präventionsarbeit und niedrige Verwaltungskosten für die 635.000 Versicherten.
Mertz äußerte Bedenken hinsichtlich des Neuordnungsgesetzes zur Landwirtschaftlichen Sozialversicherung. Aus Sicht des Gartenbaus könnten Punkte wie der Beitragsmaßstab, die festgeschriebene „Betreuung vor Ort“ und die zeitlich befristete Einrichtung von Beiräten in künftigen Geschäftsstellen die bisherige Arbeit und die Einheit der gärtnerischen Solidargemeinschaft gefährden. Auch die Zusammensetzung der Gremien des künftigen Bundesträgers nach 2017 sei unsicher.
Alles richtig gemacht in der Vergangenheit – und jetzt doch vielleicht der große Verlierer in dieser Reform?
Bundesministerin Aigner verteidigte die geplante Struktur und die erwarteten positiven Effekte des Bundesträgers. Sie verwies auf bereits vorgesehene Verbesserungen und die Einflussmöglichkeiten im laufenden parlamentarischen Verfahren.
Weitere Themen des Jahresgesprächs
Die Delegation der Gärtner, zu der auch Vizepräsident Helmut Selders (Bund deutscher Baumschulen, BdB), Heinrich Hiep (Bundesverband Zierpflanzen, BVZ), Gerhard Schulz (Bundesausschuss Obst und Gemüse, Bundesfachgruppe Gemüsebau) und Jens Stechmann (Bundesfachgruppe Obstbau) gehörten, erörterte weitere Themen und Projekte mit der Ministerin.
Gartenbau und Energiewende
Heinrich Hiep (BVZ) sprach die unzureichende Ausgestaltung des Bundesprogramms Energieeffizienz an. Positiv bewertete er das Energieportal, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wird. Das Ministerium sicherte eine Verlängerung der Förderung um zwölf Monate zu.
Klimaschutz und Pflanzen
Helmut Selders (BdB) forderte eine Untersuchung der Rolle von Pflanzen im Wohnumfeld für den Klimaschutz. Dies umfasse die klimatischen Einflüsse von Grün, die Bedeutung von Gebäudebegrünungen als Ausgleichsflächen sowie die Rolle von Friedhöfen und Pflanzen in Innenräumen. Diese Untersuchung solle als Modellvorhaben in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung und unter Beteiligung der Gartenbauwirtschaft erfolgen. Das Ministerium sagte eine Prüfung der Möglichkeiten zu.
Pflanzenschutz
Gerhard Schulz und Jens Stechmann thematisierten den Pflanzenschutz als Dauerthema des Gartenbaus. Schwerpunkte waren die Gesetzesnovelle und der nationale Aktionsplan, die Feuerbrandstrategie nach 2012, die Bedeutung von Lücken am Beispiel Afalon sowie die Servicestelle Lückenindikation. Das Ministerium bestätigte, dass die Mittel für eine Startfinanzierung der Servicestelle weiterhin zur Verfügung stehen.
Abschließend dankte ZVG-Präsident Heinz Herker Bundesministerin Aigner für die Unterstützung bei der Erstellung einer Clusterstudie Gartenbau und der Entwicklung einer Zukunftsstrategie. Er überreichte die Sonderausgabe des ZVG Gartenbau-Reports zum 99-jährigen Bestehen der Gartenbau-Berufsgenossenschaft.
