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GaLaBau-Fachtagung 2017: Baumpflege, Fachkräftemangel und gesunde Freiräume im Fokus

Die 35. GaLaBau-Fachtagung in Hamburg beleuchtete aktuelle Herausforderungen der Branche. Experten diskutierten über die neue ZTV-Baumpflege, Strategien gegen den Fachkräftemangel und die Gestaltung gesunder Freiräume in der Stadtplanung. Auch Investitionen in Hamburgs Grünflächen und die Rolle der Bürger wurden thematisiert.

Wichtige Themen und Erkenntnisse der GaLaBau-Fachtagung

Die 35. GaLaBau-Fachtagung des Fachverbands Garten, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg e.V. (FGL HH) versammelte am 10. Februar 2017 rund 250 Fachleute in der Handwerkskammer Hamburg. Experten aus Stadtplanung, der "Grünen Branche", Politik und dem GaLaBau diskutierten über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. Im Mittelpunkt standen die Baumpflege, der Fachkräftemangel sowie die Gestaltung gesunder Freiräume.

Aktualisierte ZTV-Baumpflege und ihre Auswirkungen

Ein zentrales Thema der Tagung war die neu strukturierte ZTV-Baumpflege. Prof. Dr. Dirk Dujesiefken, Leiter des Arbeitskreises, stellte die fachlichen Veränderungen und Überarbeitungsschwerpunkte vor. Die neue Ausgabe löst sich von Aspekten der Baumchirurgie, die nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Stattdessen werden nun fachgerechte Kroneneinkürzungs- und Kronensicherungsschnitte detailliert nach Baumhöhe, Volumen und Umfang beschrieben.

Zusätzlich behandelt die Richtlinie neue Themen wie Jungbaumschnitt und -pflege, Formschnitt sowie Sofortmaßnahmen bei Schäden. Ziel des Arbeitskreises war es, möglichst klare Formulierungen und Empfehlungen zu erarbeiten. Auch Fragen zu Binde- und Sicherungstechniken bei Bäumen, wie beispielsweise die Halbstammbindung, wurden erörtert.

Strategien gegen den Fachkräftemangel im GaLaBau

Prof. Dr. Ulrich Breilmann widmete sich dem drängenden Thema des Fachkräftemangels. Angesichts der demografischen Entwicklung und der guten Wirtschaftskonjunktur spitzt sich die Lage für die Mitgliedsbetriebe des GaLaBau zu. Prof. Breilmann beleuchtete die Besonderheiten der Generationen Y und Z und betonte die Notwendigkeit, das "Lernen" als wichtigstes Lernziel wieder in den Vordergrund zu rücken, da es in Schule und Freizeit oft zu kurz komme.

Er zeigte auf, wie Betriebe aktiv werden müssen, um Mitarbeiter zu finden und zu binden. Dies beinhaltet die Nutzung neuer Medien, die von der Zielgruppe der Jugendlichen bevorzugt werden. Auch die Ansprache spezifischer Ziel- und Milieugruppen für den GaLaBau sowie deren Affinität zur Branche wurden intensiv diskutiert.

Gesunde Freiräume und therapeutisches Grün in der Stadtplanung

Ein weiterer Schwerpunkt der Fachtagung war die Planung gesunder Freiräume und die Ansätze therapeutischen Grüns in der Stadtplanung. Nora Johanna Huxmann präsentierte erste Ergebnisse ihrer Promotion an der Universität Kassel. Sie untersuchte, wie sich neueste Forschungserkenntnisse zu therapeutischem Grün in der Planung umsetzen lassen. Dabei ging es um die Herausforderung, Erholung und Wohlbefinden als Planungskriterien fassbar zu machen, da diese oft praxisfern und undefiniert bleiben.

Die psychischen Effekte von Grün wirken meist individuell und unterbewusst, und der öffentliche Raum ist keiner definierten Zielgruppe zuzuordnen. Durch die qualitative Auswertung von Interviews wurden unterbewusste Themen der Zielgruppen analysiert, um eine nutzerzentrierte Planung für das Wohlbefinden zu ermöglichen.

Investitionen in Hamburgs Grünflächen und die Rolle der Bürger

Thomas Schmale berichtete in seiner Einleitung über bedeutende Investitionen in Hamburgs Grünflächen, darunter die grüne Achse Horner Geest, der Lohsepark in der HafenCity und die geplante Begrünung des Bunkers am Heiligengeistfeld. Er betonte jedoch, dass auch kleinere Grünanlagen in allen sieben Bezirksämtern von sichtbaren Verbesserungen in Nutzungsqualität, Substanzerhaltung und Erscheinungsbild profitieren könnten.

Eine Umfrage des Fachverbands zeigte, dass über die Hälfte der Bürger Grünflächen mindestens einmal wöchentlich nutzen, wobei Entspannung, Erholung, Ruhe und Natur die Hauptgründe sind. Die Sauberkeit von Parks, saubere Sitzgelegenheiten, Toiletten und Mülleimer sind den Bürgern wichtig, wobei naturbelassene Bereiche akzeptiert werden. Ein guter Pflegezustand ist entscheidend für die Akzeptanz der Bürger.

Schmale merkte an, dass der "Pflegecent" in Hamburg ein Schritt in die richtige Richtung sei, die Umsetzung jedoch noch unklar sei. Er forderte, dass der boomende Wohnungsbau nicht zulasten der Grünflächen gehen dürfe. Eine innerstädtische Verdichtung müsse mit einer Intensivierung und Qualifizierung der Freiräume einhergehen, was höhere Investitionen in Grünflächen seitens der Stadt erfordere.

Jens Kerstan, Umweltsenator der Stadt Hamburg, griff in seinen Grußworten die von Schmale geschilderten Handlungsempfehlungen und Probleme auf. Trotz der Schuldenbremse sei im neuen Doppelhaushalt der Stadt Hamburg Spielraum für Grün geschaffen worden. Er betonte, dass Grün nicht nur ein "Nice to have" sei, sondern den gesamten öffentlichen Raum betreffe und gepflegt werden müsse. Der Natur-Cent soll zu zwei Dritteln in Parks und öffentliches Grün fließen, ein Drittel dem Naturschutz zugutekommen. Zudem wurden eine Million Euro zusätzlich für die Baumpflege bereitgestellt. Für die grüne Achse "Horner Geest" und den Friedhof Ohlsdorf konnten externe Mittel eingeworben werden, und der Startschuss für den neuen Eingang des Planten un Blomen-Parks steht bevor, wobei die Marseiller Straße zugunsten von Grün zurückgebaut wird.

Der Senator verkündete den neuen Slogan "Hamburg gepflegt und grün" und kündigte eine Initiative zur Sauberkeit an, die über die neue Straßen- und Reinigungsabgabe finanziert wird. Eine schnelle Profitruppe und die Vergabe von Pflege- und Sauberkeitsaufgaben an Firmen sollen eine intelligente Lösung für eine moderne Parkbewirtschaftung bieten, die den Bürgern dient.

17.02.2017

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