Bäume, Dünger und Substrate, Pflanzen und Pflanzenteile

Gesunde Böden als Basis der Bioökonomie

Gesunde Böden sind essenziell für Natur, nachhaltige Bewirtschaftung und Bioökonomie. Die EU-Strategien betonen ihre Bedeutung. Doch viele Böden sind versauert, was das Wachstum von Pflanzen und Bäumen beeinträchtigt. Bodenschutzkalkung ist eine etablierte Maßnahme, deren Wirksamkeit nun erneut untersucht wurde.

Bedeutung gesunder Böden für Land- und Forstwirtschaft

Gesunde Böden sind eine wesentliche Grundlage für die Natur, eine nachhaltige Bewirtschaftung und die Bioökonomie. Dies betrifft sowohl die Land- als auch die Forstwirtschaft. Die EU-Bodenstrategie 2030 und die EU-Waldstrategie 2030 unterstreichen die Bedeutung der Bodengesundheit.

Die EU-Waldstrategie 2030 betont die Pflege von Waldböden, da eine enge Verbindung zwischen Bäumen und ihrem Untergrund besteht. Bäume beziehen essenzielle Elemente und Nährstoffe aus dem Boden. Daher müssen Bodeneigenschaften und Ökosystemdienstleistungen als Basis für gesunde und produktive Wälder geschützt werden.

Definition und Herausforderungen gesunder Böden

Die EU-Bodenstrategie 2030 definiert gesunde Böden als Böden in gutem chemischen, biologischen und physikalischen Zustand. Ein Ziel ist es, der Bodendegradation entgegenzuwirken, wozu auch die übermäßige Versauerung zählt. In Deutschland sind etwa 40 Prozent der Acker- und Grünlandböden sowie über 30 Prozent der Waldböden so stark versauert, dass Kulturpflanzen und bestimmte Baumarten nicht optimal wachsen können.

Um der Bodenversauerung entgegenzuwirken, ist die Kalkung eine etablierte Maßnahme – sowohl im landwirtschaftlichen Pflanzenbau als auch in der Forstwirtschaft. Bei stark versauerten Waldböden werden seit vielen Jahren Bodenschutzkalkungen durchgeführt.

Mit dem Umfang der Bodenschutzkalkung der letzten fünf Jahre kann in Deutschland eine Stabilisierung der sehr stark versauerten Waldökosysteme nicht erreicht werden. Solange die Böden nicht gesund sind, solange können die Bäume nicht klimawandelresilient werden.

Dies bemängelt Dr. Reinhard Müller, Experte der Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG).

Forschung zur Wirksamkeit der Bodenschutzkalkung

Die positiven Effekte der Bodenschutzkalkung im Wald wurden bereits durch die Ergebnisse der BZE II dokumentiert. Eine neue wissenschaftliche Ausarbeitung befasst sich mit den Vorteilen und Grenzen der Waldkalkung.

Dr. Heike Puhlmann, Abteilungsleiterin Boden und Umwelt der FVA Baden-Württemberg, hat gemeinsam mit weiteren Autoren das Heft 104 der Schriftreihe „BERICHTE FREIBURGER FORSTLICHE FORSCHUNG“ veröffentlicht. Der Bericht mit dem Titel „Regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung in den Wäldern Baden-Württembergs“ evaluiert die Umsetzung und Wirksamkeit des Kalkungsprogramms in Baden-Württemberg von 2010 bis 2019.

Diese umfassende Studie belegt die Leistungen, Vorteile und Grenzen der Bodenschutzkalkung und kommt zu dem Fazit, dass weiterhin Bedarf an Bodenschutzkalkungen für entsprechend versauerte Waldböden besteht.

06.12.2021

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Deutschland

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