Verhandlungen für ein Internationales Protokoll
Die Vertragsstaaten der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) haben einen wichtigen Schritt in Richtung eines weltweiten Abkommens gegen Biopiraterie vollzogen. In Cali, Kolumbien, einigten sich Vertreter aus 194 Ländern auf eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage für ein Internationales Protokoll zum Zugang zu genetischen Ressourcen und zum gerechten Vorteilsausgleich.
Ziel ist die Schaffung eines globalen Rechtsrahmens, der den Zugang zu genetischen Ressourcen sowie die Gewinnverteilung bei deren wirtschaftlicher Nutzung regelt. Ein solches Abkommen wird als notwendig erachtet, da viele Organismen Inhaltsstoffe oder genetische Informationen enthalten, die wirtschaftlich nutzbar sind, beispielsweise für Medikamente oder in der Biotechnik.
Faire Beteiligung für Entwicklungsländer
Ein Großteil der biologischen Vielfalt findet sich in Entwicklungsländern. Wenn aus deren Ressourcen gewinnbringende Produkte entwickelt werden, sollen die Herkunftsländer Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung haben. Ein umfassendes Abkommen gegen Biopiraterie soll somit nicht nur einen fairen Ausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern beim Schutz der biologischen Vielfalt gewährleisten, sondern auch eine faire Beteiligung der ärmeren Staaten an ihrem eigenen ökonomischen Potenzial ermöglichen.
In Cali trafen sich rund 600 Delegierte, um die Verabschiedung eines solchen Protokolls bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz vorzubereiten. Erstmals akzeptierten alle Vertragspartner einen gemeinsamen Textentwurf als Basis für die Verhandlungen im Oktober 2010 in Nagoya, Japan. Zuvor ist eine zusätzliche Verhandlungsrunde am Sitz des CBD-Sekretariats in Montreal, Kanada, geplant.
Deutschland hat derzeit die Präsidentschaft der UN-Konvention über die biologische Vielfalt inne und hat sich die Verabschiedung dieses Abkommens zu einer seiner Hauptaufgaben gemacht.