Pflege und Schnitt von Gräsern im Garten- und Landschaftsbau
Im Garten- und Landschaftsbau erhalten wintergrüne, bodendeckende Gräser wie verschiedene Schwingel- (Festuca) und Seggen-Arten (Carex) bei Bedarf einen selektiven Spitzenschnitt. Höher wachsende Gräser wie Diamantgras (Deschampsia), Rutenhirse (Panicum), Schilfgras (Miscanthus) oder Japanwaldgras (Hakonechloa), die den Winter über ihre Struktur behalten haben, werden vor dem Frühjahr eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten.
Dieser Schnitt schafft Raum für Frühjahrsblüher und ermöglicht die Planung von Neuanpflanzungen mit Gräsern oder Stauden. Die Pflanzzeit für Gräser beginnt, sobald der Boden feucht ist. Da die meisten Gräser Spätentwickler sind, können sie früh gepflanzt gut einwurzeln und sich im Frühjahr entwickeln. Eine Ausnahme bildet die Sesleria, die sehr früh blüht und mit ihren filigranen Stielen und winzigen Ähren Akzente setzt. Sie eignet sich für flächige Pflanzungen sowie für Töpfe.
Bei Bedarf können Gräserhorste mit einer Grabegabel geteilt und an anderer Stelle im Garten neu gepflanzt oder verschenkt werden. Die meisten Gräser wachsen im Frühjahr problemlos an. Das Handelssortiment ist ab März breit gefächert und bietet eine vielfältige Auswahl, was die Kaufentscheidung für Kunden erleichtert.
Vorteile des Gräseranbaus in südlichen Regionen
Die Kultivierung von Gräsern in südlichen Regionen bietet Vorteile. Klaus Peters aus Kranenburg hat seine Gräserkulturen nach Portugal verlegt. Dort gedeihen auch in Mitteleuropa heimische Gräser aufgrund wärmerer Wintertemperaturen und intensiveren Lichts früher und kräftiger. Dies ermöglicht den Handel mit starken Pflanzen bereits im Frühjahr, wodurch Kunden das zukünftige Erscheinungsbild der Gräser besser einschätzen können.
Die Produktion unter südlicher Sonne ist viel energieeffizienter als ein Glashaus am Niederrhein. Klar haben wir einen nicht unerheblichen Energieverbrauch für den Transport nach Deutschland, dieser ist aber wesentlich geringer als die Produktion in Deutschland.
Peters' Gärtnerei in Portugal umfasst 20 Hektar in einer strukturschwachen Region, wo Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Pflanzen wachsen im Freiland unter natürlichen Bedingungen. Peters plant, Kunden die Kultivierungsorte der Ziergräser zu zeigen, bevor diese nach Deutschland transportiert werden. Er stellt sich vor, dass Pflanzenliebhaber in einer Ecolodge auf der Gärtnerei Urlaub machen und dabei die nachhaltige Produktion von Gräsern kennenlernen können.
Ich wünsche mir, dass wir Gärtner unsere Geschichte erzählen und unseren Kunden zeigen und anschaulich erklären, wie wir unsere Pflanzen anziehen, wie wir sie anbauen, welche Fürsorge wir walten lassen, wie wir mit Wasser umgehen, weil wir es sparen müssen und das alles an einer wunderbaren Stelle in Europa, die für den Agrotourismus wie gemacht ist und die kaum einer kennt.
In Kürze werden die ersten LKW mit Gräsern nach Kranenburg rollen, um von dort aus in den Handel zu gelangen. Die Pflanzzeit für Gräser beginnt im März.
