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HPI entdeckt Millionen gestohlener Identitätsdaten in Internetforen

Sicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben fast 35 Millionen geraubte Identitätsdaten in Internetforen entdeckt. Mit dem „Identity Leak Checker“ können Nutzer überprüfen, ob ihre persönlichen Daten betroffen sind und erhalten Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Hintergrund der Datenlecks und der Identity Leak Checker

Sicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben in diesem Jahr fast 35 Millionen geraubte Identitätsdaten in spezialisierten Internetforen entdeckt. Diese Daten stammten aus 15 Quellen und wurden von Cyberkriminellen nach dem Diebstahl veröffentlicht, wodurch sie für weitere illegale Handlungen zugänglich wurden.

Mit dem vom HPI entwickelten „Identity Leak Checker“ können Nutzer überprüfen, ob ihre persönlichen Identitätsdaten betroffen sind. Nach Eingabe einer E-Mail-Adresse gleicht der Dienst diese mit den erfassten Daten ab und informiert umgehend, ob die E-Mail-Adresse in Verbindung mit anderen persönlichen Informationen wie Passwörtern oder Kontonummern offengelegt wurde. Laut HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel ermöglicht der Dienst Abgleiche mit über 215 Millionen erfassten Daten aus sogenannten Identity Leaks. Ende 2014 lag diese Zahl noch bei rund 180 Millionen.

Die in diesem Jahr neu erfassten Daten stammen unter anderem von Plattformen wie Ashley Madison, Skype, Twitter und Minecraft. Auch Leaks aus weniger bekannten Quellen wie Lizard Stresser, Sprashivai oder Impact Mailorder trugen zur Veröffentlichung von Identitätsinformationen bei. Prof. Meinel hob hervor, dass es in diesem Jahr viele große Datendiebstähle gab, bei denen jeweils über eine Million Sätze von Identitätsdaten geraubt und anschließend veröffentlicht wurden.

Besonders häufig seien Dating-Portale wie Ashley Madison oder Adult Friend Finder angegriffen worden, da Hacker hier ein hohes Erpressungspotenzial vermuten. Der kostenlose Identity Leak Checker des HPI verzeichnete in den letzten zwölf Monaten fast 100.000 Besucher. In nahezu 13.000 Fällen mussten Nutzer per E-Mail darüber informiert werden, dass ihre Identitätsdaten im Internet kursieren, und erhielten Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Seit dem Start des Dienstes im Mai 2014 haben insgesamt rund 1,7 Millionen Besucher den HPI-Identity Leak Checker genutzt. Bislang wurden 160.000 Warnmeldungen wegen unrechtmäßig veröffentlichter Identitätsdaten versandt. Prof. Meinel betonte, dass auch bei keinem Fund eine Benachrichtigung erfolgt, dies jedoch keine Garantie dafür sei, dass persönliche Informationen nicht gestohlen wurden, da nicht alle geraubten Daten veröffentlicht werden. Aus Sicherheitsgründen gibt das Institut die Daten selbst nicht preis, nennt aber für jede betroffene Information die Kategorie und ein ungefähres Veröffentlichungsdatum.

Passwörter am häufigsten gestohlen

Statistiken der HPI-Sicherheitsforscher zeigen, dass Passwörter die am häufigsten geraubten Identitätsdaten sind. In 62 Millionen von 233 Millionen Fällen lagen sie sogar im Klartext vor. Nach Häufigkeit folgen Vor- und Zunamen (37 Millionen), Telefonnummern (32 Millionen) und mit deutlichem Abstand Kreditkartendaten (10.200).

Analysen der gesammelten Daten ergaben, dass Internetnutzer weltweit immer noch einfache Zahlenreihen oder Zeichenfolgen auf der Tastatur, wie „qwerty“, als Passwörter verwenden. Auch Vornamen oder Begriffe aus dem Wörterbuch, wie das Wort „password“, sind beliebt. Prof. Meinel wies darauf hin:

Unangefochten weltweit auf Platz 1 liegt leider nach wie vor die Zahlenreihe 123456, obwohl automatische Cracker solche simplen Passwörter als erstes und blitzschnell ermitteln.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist ein universitäres Exzellenzzentrum für IT-Systems Engineering in Deutschland. Es ist das einzige Universitätsinstitut in Deutschland, das den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ anbietet. Dieser praxisnahe und ingenieurwissenschaftliche Informatik-Studiengang wird derzeit von 480 Studenten genutzt. Die HPI School of Design Thinking, die erste Innovationsschule Europas nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an.

Am Institut sind zwölf HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Das HPI betreibt universitäre Forschung in seinen elf Fachgebieten des IT-Systems Engineering sowie in der HPI Research School für Doktoranden mit Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkte der Lehre und Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hochkomplexer und vernetzter IT-Systeme sowie die Entwicklung und Erforschung nutzerorientierter Innovationen. Das HPI erzielt in den CHE-Hochschulrankings regelmäßig Spitzenplätze.

Seit September 2012 bietet das Institut mit openHPI.de ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das öffentlich zugänglich ist.

30.12.2015

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