Zentrale Bündelung gärtnerischer Kompetenzen in NRW
Im Haus der Grünen Verbände sind mehrere Organisationen unter einem Dach vereint. Dazu gehören der Landesverband Gartenbau NRW, der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW, der Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels, der Verband Deutscher Garten-Center sowie die Rheinische Treuhandstelle für Dauergrabpflege und die Gesellschaft für Dauergrabpflege Westfalen-Lippe. Diese Konstellation ermöglicht eine Bündelung von Fachwissen entlang der gärtnerischen Wertschöpfungskette, die in dieser Form deutschlandweit erstmalig ist. Die Eröffnung wurde mit einem Sommerfest gefeiert, an dem 400 Gäste aus Mitgliedschaft, Politik und Wirtschaft teilnahmen.
Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW, betonte die Bedeutung des Zusammenschlusses:
Mit den Entscheidungen zum Zusammenschluss der damaligen Gartenbaulandesverbände Rheinland und Westfalen-Lippe und dem Bau des Hauses der Grünen Verbände haben wir nicht nur eine neue gemeinsame Geschäftsstelle für uns geschaffen, sondern bündeln mit den Partnerverbänden unser Potential. Durch das Haus der Grünen Verbände erhält der Gartenbau in seiner Vielfalt erstmalig in Deutschland eine gemeinsame Adresse. Hier können wir die wirtschaftliche Stärke der Gartenbaubranche und unser Know-how effektiv und gewinnbringend für unsere Betriebe umsetzen. Die vor uns stehenden wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben für Schaffung und Erhalt von grüner Infrastruktur gilt es zu bewältigen, wie zum Beispiel mit der Umsetzung von Gartenschauen. Klimafolgenanpassung geht nur mit uns Gärtnerinnen und Gärtnern. Das grüne Herz der Branche in NRW schlägt in Oberhausen!
Josef Mennigmann, Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e. V., hob die Vorteile der räumlichen Nähe hervor:
Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW ist bereits seit 2002 in Oberhausen verwurzelt. Im Laufe der Jahre haben wir uns stark weiterentwickelt und vergrößert, weshalb die bisherige Geschäftsstelle auf Dauer zu klein geworden wäre. Die Gespräche über ein gemeinsames Gebäude kamen daher genau zum richtigen Zeitpunkt. Unsere Branche vereinen schließlich die gleichen Herausforderungen: Ob Klimawandel, Fachkräftemangel oder Nachhaltigkeit – die räumliche Nähe, die wir mit dem Haus der Grünen Verbände geschaffen haben, bietet uns kurze Wege in der Kommunikation, um gemeinschaftliche Ziele noch besser verfolgen zu können.
Nachhaltigkeit und Synergien für die grüne Branche
Die Investoren, vertreten durch Helmut Rüskamp, unterstützten die Idee des Hauses der Grünen Verbände durch die eigens gegründete OLGA Treu GmbH. Der Bau begann 2020 trotz der Corona-Pandemie und wurde im Sommer 2022 abgeschlossen.
Wichtig war uns ein klimaneutraler Bau und eine grüne Gestaltung des Gebäudes - mit begrünten Terrassen und Grünflächen rund um das Gebäude und auf den Parkflächen. Wir Gärtner sind Experten dafür und zeigen das mit dem Haus der Grünen Verbände auch.
Frank Zeiler, Geschäftsführer des Verbandes des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels, betonte die Vorteile der Zusammenarbeit:
Wir haben uns für den Einzug ins Haus der Grünen Verbände entschieden, weil die mitgliederstarken und aktiven Organisationen im Haus gute Partner sind, wenn es darum geht, sich den aktuellen Herausforderungen der grünen Branche zu stellen. Wir als Verbände bilden hier sozusagen die gesamte Wertschöpfungskette ab und können wichtige Branchenthemen gleich aus diesen unterschiedlichen Blickwinkeln diskutieren und bewerten.
Thomas Buchenau, Verbandsgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Garten-Center, ergänzte:
Der Verband Deutscher Garten-Center ist gerne der Einladung nach Oberhausen gefolgt. Hier können wir unsere Verbandsleistungen zum Wohle der inhabergeführten Garten-Center intensivieren. Unsere Mitgliedsbetriebe sind angewiesen auf eine gut funktionierende gärtnerische Wertschöpfungskette. Die Herausforderungen, vor denen die Grüne Branche steht, sind für alle Verbände ähnlich gelagert. Daher liegen die Vorteile auf der Hand, Synergien zu schaffen, um Lösungen gemeinsam zu finden. Wir sind gut angekommen im Haus der Grünen Verbände.
Politische Unterstützung und Zukunftsperspektiven
Oberbürgermeister Daniel Schranz begrüßte die Verbände in Oberhausen und hob die zusätzliche Expertise für die Klimafolgenanpassung hervor. André Kuper, Präsident des Landtags NRW, übernahm eine Baumpatenschaft am Eingang des Hauses.
Unser Land wäre ohne die vielen Betriebe und Beschäftigten im Garten- und Landschaftsbau weniger lebenswert. Der Blick auf die Herausforderungen der Klimaveränderung und der Landschaftsplanung zeigt, dass wir diese Branche in Zukunft noch mehr brauchen werden. Daher bin ich dankbar, dass wir mit der noch jungen Landesvereinigung der Grünen Verbände auf eine starke Stimme der nordrhein-westfälischen Gartenbaubranche vertrauen können. Landesgartenschauen sind eine Erfolgsgeschichte und nach wie vor zeitgemäß. Denn von der reinen Leistungsschau des Garten- und Landschaftsbaus haben sie sich weiterentwickelt. Das Thema Nachhaltigkeit hat dabei heute einen großen Stellenwert. Als hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Rietberg hatte ich die Landesgartenschau 2008 in der ostwestfälischen Stadt Rietberg organisiert. Der Gartenschaupark Rietberg ist bis heute ein touristischer Magnet der Region. Auch der Landtag selbst kommt zur aktuellen Landesgartenschau nach Höxter und informiert hier über seine Arbeit.
Im Rahmen des Sommerfestes wurde ein Videowettbewerb für Auszubildende zum Thema „Was tust du für die Klimarettung? Zeige uns Deinen Beitrag zur Nachhaltigkeit!“ durchgeführt. Die drei besten 60-Sekunden-Clips wurden prämiert. Gewinner waren Jasmin Schneider, Joana-Marie Konrad und Anna-Luisa Konrad von der Mencke Gartencenter GmbH, Nina Isabell Ozaneaux von der Friedhofsgärtnerei Zillken GmbH sowie Johannes Becker und Dominik Ziemer von der Terwiege Garten- und Landschaftsbau GmbH. Die Clips sind auf dem Instagram-Kanal @wirschaffengruen zu sehen.


