Neues Zeitalter für Pollenallergiker in Bayern
In Bayern wurde das elektronische Polleninformationsnetzwerk ePIN offiziell in Betrieb genommen. Ziel ist es, aktuellere und präzisere Echtzeitdaten zum Pollenflug bereitzustellen.
Für die Pollenallergiker in Bayern bricht eine neue Ära an: Mithilfe unseres elektronischen Polleninformationsnetzwerkes ePIN können wir künftig aktuellere und genauere Echtzeitdaten zum Pollenflug in Bayern liefern. Denn nur wer weiß, welche Pollen wann und wo fliegen, kann wichtige Vorsorgemaßnahmen ergreifen und auch seine Medikamente zielgenau einnehmen.
Die aktuellen Pollenbelastungsdaten sind regional- und pollenspezifisch online abrufbar. Die Aktualisierung der Daten erfolgt alle drei Stunden. Dies wird durch acht elektronische Pollenmonitore ermöglicht, die im Rahmen des ePIN-Netzwerks im Freistaat installiert wurden.
Das Netzwerk soll die Pollenmessungen verbessern und modernisieren. In Bayern sind über zwei Millionen Menschen von Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen betroffen. Davon leidet etwa die Hälfte unter einer Pollenallergie, und über eine halbe Million Menschen sind von Asthma bronchiale betroffen.
Standorte und Datenerfassung
Die acht Standorte der elektronischen Pollenmessstationen sind Garmisch-Partenkirchen, Altötting, Marktheidenfeld, Viechtach, Mindelheim, München, Feucht und Hof. Die erste dieser Stationen wurde Anfang April 2018 in Garmisch-Partenkirchen errichtet.
Ergänzend dazu werden im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums vier manuelle Pollenfallen in Bamberg, Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen), Oberjoch und auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze betrieben. Diese dienen der Klimaforschung sowie der Identifizierung neuer, potenziell gesundheitsrelevanter Pollenarten und -veränderungen.
Die Auswahl der acht ePIN-Standorte basiert auf einer mehrjährigen Machbarkeitsstudie des Zentrums für Allergie und Umwelt der Technischen Universität und des Helmholtz Zentrums München (ZAUM) in Zusammenarbeit mit internationalen Experten. Ziel war es, unter Berücksichtigung von Klimaparametern und Bevölkerungsdichte eine repräsentative Abdeckung des Pollenflugs in Bayern zu gewährleisten.
Projektpartner und Nutzen
Das elektronische Polleninformationsnetzwerk wurde im Auftrag des bayerischen Gesundheitsministeriums in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aufgebaut.
Die Daten von ePIN stehen zusätzlich auch den Wetterdiensten und den Forschungseinrichtungen in Echtzeit zur Verfügung. Das elektronische Polleninformationsnetzwerk kommt damit sowohl Allergikern als auch der allergie- und gesundheitsbezogenen Klimaforschung zugute, die von einer verbesserten Datengrundlage profitiert.
Das ePIN-Netzwerk gilt als das weltweit erste und dichteste automatische Pollenmessnetz. Trotz der geringen Anzahl von acht elektronischen Messstationen wird der Pollenflug in Bayern regional repräsentativ abgedeckt. Die gewonnenen Pollenmessdaten sind präziser, schneller verfügbar und höher aufgelöst, was einen Fortschritt für die Allergieprävention und zukünftige Forschung darstellt.
Das Projekt ePIN ist Teil der bayerischen Klimaanpassungsstrategie und wurde im September 2016 vom Bayerischen Ministerrat beschlossen. Es wird unter Leitung des LGL in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) durchgeführt. Berater und Projektpartner sind ZAUM, das Leibniz Rechenzentrum (LRZ), die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus Zugspitze (UFS) sowie weitere nationale und internationale Forschungseinrichtungen.
