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ifo Institut: Stornierungen belasten Baubranche

Eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts zeigt eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Projektstornierungen in der deutschen Baubranche, vergleichbar mit dem Corona-Schock 2020. Besonders der Wohnungsbau ist betroffen, während Materialengpässe und hohe Energiepreise die Situation zusätzlich verschärfen.

Herausforderungen und Ursachen der Stornierungswelle

Die deutsche Baubranche verzeichnet derzeit eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Projektstornierungen. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts hervor. Im Juni betrafen Stornierungen 11,5 Prozent der Unternehmen im Hochbau, nach 13,4 Prozent im Mai. Im Tiefbau lag der Anteil bei 9,0 Prozent, gegenüber 8,8 Prozent im Vormonat.

„Die Größenordnung ist vergleichbar mit dem Corona-Schock im Frühjahr 2020. Diesmal sehen wir im Wohnungsbau besonders häufig Stornierungen. Allerdings sind die Auftragsbücher im Mittel weiterhin prall gefüllt“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss.

Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Situation sind weiterhin bestehende Materialengpässe. Im Juni meldeten 47,1 Prozent der Hochbauunternehmen Lieferprobleme, ein Rückgang gegenüber 56,6 Prozent im Mai. Im Tiefbau sank der Anteil auf 39,7 Prozent, nach 44,8 Prozent im Mai.

„Diese Engpässe bilden sich nur langsam zurück. Dabei kommt es teils zu rasanten Preisanstiegen infolge der Knappheit. Auch die hohen Energiepreise wirken preistreibend bei vielen Baustoffen“, ergänzt Leiss.

Die Betriebe rechnen im Durchschnitt damit, dass die Engpässe noch etwa neun Monate andauern werden. Die gestiegenen Kosten für Material und Kraftstoff müssen an die Kunden weitergegeben werden, was zu einem weiteren Anstieg der Baupreise führt. Zusätzlich belasten höhere Zinsen die Bauherren.

Insbesondere im Wohnungsbau trägt die Unsicherheit bezüglich künftiger Fördermöglichkeiten dazu bei, dass Projekte überdacht und teilweise storniert werden müssen.

15.07.2022

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