Kulinarische Vielfalt im Staudengarten entdecken
Die Auswahl an essbaren Stauden im heimischen Garten ist beträchtlich. Neben klassischen Küchen- und Wildkräutern wie dem Gänseblümchen eignen sich auch zahlreiche Pracht- und Blattschmuckstauden. Dazu zählen beispielsweise Phlox, Glockenblumen, Indianernesseln und Hohe Fetthenne. Für schattigere Bereiche bieten sich Funkien, Duft-Veilchen, Gefleckte Taubnessel und Mädesüß an.
Eine sichere Identifizierung der Pflanzenart ist dabei entscheidend. Der eigene Garten bietet den Vorteil, gezielt zu pflanzen und auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten. So stellt selbst angebauter Bärlauch eine sichere Alternative zum Sammeln im Wald dar, wo Verwechslungen mit giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen auftreten können.
Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten
In der Gastronomie werden Staudenblüten häufig als Dekoration, Salatbeigabe oder kandiertes Naschwerk verwendet. Tatsächlich sind bei vielen Arten auch Blätter oder Stängel genießbar, entweder roh oder zubereitet wie Gemüse (gedünstet, gebraten, frittiert). Die geringe Verbreitung dieser Nutzung liegt oft darin begründet, dass meist der frische Austrieb empfohlen wird, dessen Ernte vielen Pflanzenliebhabern schwerfällt.
Cornelia Häussermann empfiehlt, Rezepte mit Stauden dann auszuprobieren, wenn ohnehin Pflanzenmaterial anfällt. Beim Teilen von Funkien kann ein Teilstück separat eingetopft und dessen frische Blätter geerntet werden. Astern, Spornblumen oder Katzenminze bieten sich nach dem Rückschnitt Ende Mai an, der für einen buschigeren Wuchs oder eine spätere Blüte sorgt. Taglilienblüten, die nur einen Tag halten, können am späten Nachmittag geerntet werden, ohne dass ein Verlust der Blütenpracht entsteht.
Rezepttipp: Lavendel-Sirup
- 1 l Wasser
- 1 Bio-Zitrone
- 4-5 Handvoll Lavendelblüten (Lavandula angustifolia)
- 1 kg Zucker
Wasser zum Kochen bringen. Lavendelblüten und in Scheiben geschnittene Zitrone zugeben und kurz aufkochen. Anschließend kühl stellen. Nach mindestens 24 Stunden Ziehzeit die Mischung durch ein sauberes Küchentuch abseihen. Mit dem Zucker aufkochen und heiß in sterile Flaschen abfüllen. Der Sirup kann mit kaltem Wasser oder Sekt aufgefüllt werden.
Jede Sorte schmeckt anders! Am intensivsten schmecken blaue Lavendelsorten, allen voran die Sorte ’Hidcote Blue‘. Das schönste Blau erzeugt unserer Erfahrung nach die Sorte ’Dwarf Blue‘.
Rezepttipp: Taglilienblüten mit Frischkäsefüllung
- 100 g Frischkäse
- 100 g Schmand
- 1 gehackte Knoblauchzehe
- gehackte Kräuter (z. B. Petersiliengrün sowie Blätter und Blüten von Schnittlauch, Borretsch, Kapuzinerkresse)
- Taglilienblüten (Anzahl je nach Größe)
Die Taglilienblüten von Stempel und Staubgefäßen befreien. Die restlichen Zutaten verrühren und kräftig salzen. Die Masse anschließend in die Blütenkelche füllen.
