Herausforderungen trotz Umsatzrekord
Die baden-württembergische Landschaftsgärtnerbranche verzeichnete im Jahr 2013 einen Rekordumsatz von 1,18 Milliarden Euro. Dies gab Thomas Heumann, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Garten- und Landschaftsbau Baden-Württemberg e. V., auf der Jahresmitgliederversammlung in Karlsruhe bekannt.
Trotz eines langen Winters und nassen Frühjahrs stieg der Branchenumsatz im Vergleich zu 2012 um vier Prozent. Heumann äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich des künftigen Wachstums. Ein dramatischer Nachwuchs- und Fachkräftemangel könnte sich als Engpassfaktor erweisen, da die Konkurrenz um qualifizierte Jugendliche enorm zugespitzt sei.
Der Verband und seine Ausbildungsbetriebe werben seit Jahrzehnten intensiv auf Gartenschauen, Messen und regionalen Ausstellungen um Nachwuchs. Der Beruf des Landschaftsgärtners hat sich inzwischen ein gutes Image erarbeitet.
Private Nachfrage als Wachstumstreiber
Die stabil zunehmende Nachfrage privater Gartenbesitzer nach landschaftsgärtnerischen Dienstleistungen hat sich in den letzten Jahrzehnten als tragende Säule des wirtschaftlichen Erfolgs der Branche etabliert. Im Jahr 2013 stieg der Umsatzanteil des Sektors "Privatgärten" am Gesamtmarkt auf 56 Prozent.
Im Gegensatz dazu stagnierte das Auftragsvolumen bei kommunalen Auftraggebern bei 18 Prozent. Heumann sprach in diesem Zusammenhang von einem beträchtlichen Nachholbedarf an Investitionen in öffentliches Grün bei baden-württembergischen Städten und Gemeinden.
Kritik äußerte der Vorstandsvorsitzende an den Plänen der Landesregierung, die baden-württembergische Gemeindeordnung zugunsten kommunaler Regiebetriebe abzuändern. Dies sei Gift für den gut funktionierenden Wettbewerb auf diesen regionalen Grünmärkten. Stabil entwickelte sich hingegen die Nachfrage des gewerblichen Wohnungsbaus, die 2013 einen Anteil von 11 Prozent am Gesamtumsatz ausmachte.
Erfolge im Berufswettbewerb und Ehrungen
Die Verbandsmitglieder feierten die Erfolge zweier baden-württembergischer Nachwuchsteams bei Berufswettkämpfen. Beim nationalen Landschaftsgärtner Cup in Hamburg holten die Auszubildenden Monja Langenbacher und Christoph Wanner 2013 den deutschen Meistertitel. Dies war der neunte Titel für Baden-Württemberg in den letzten zehn Jahren.
Die Deutschen Meister des Vorjahres, Reinhold Irßlinger und Manuel Kappler, errangen 2013 bei den WorldSkills in Leipzig die Vize-Weltmeisterschaft und wurden zudem mit dem Prädikat "Best Team of Nation" ausgezeichnet. Heumann wertete diese Wettbewerbserfolge als Zeichen für den augenscheinlich hohen Stellenwert, den traditionell hier zu Lande eine qualifizierte Nachwuchsausbildung hat. Er betonte, dass inzwischen zwei Drittel der baden-württembergischen Verbandsmitglieder anerkannte Ausbildungsbetriebe führen.
Zudem wurden sechs Mitgliedsbetriebe geehrt, deren Mustergärten auf der Gartenschau 2013 in Sigmaringen zu Publikums-Highlights wurden. Thomas Heumann dankte dem aus Satzungsgründen ausscheidenden Vorstandsmitglied Stefan Arnold für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Führungsgremium, wo er für landschaftsgärtnerische Fachgebiete verantwortlich war.
