Pflanzen und Pflanzenteile

Jetzt ist Tulpenzeit: Schnittblumen und ein Irrtum

Tulpen prägen das Frühjahr im Handel und auf den Feldern der Niederlande. Doch die farbenprächtigen Blüten dienen meist der Zwiebelproduktion – und werden deshalb maschinell geköpft.

Warum Tulpenfelder nicht für Schnittblumen bestimmt sind

Kaum eine Schnittblume ist im Frühjahr so präsent wie die Tulpe. Ob Wochenmarkt, Fachhandel oder Discounter – die Auswahl an Farben und Formen ist groß. Tulpen gelten als erschwinglich, pflegeleicht und überzeugen mit einer Haltbarkeit von mehr als einer Woche in der Vase. Das macht sie auch im professionellen Umfeld attraktiv.

Die Saison für Schnitt-Tulpen läuft noch bis Mai. Täglich werden in den Niederlanden große Mengen geerntet, gebündelt und innerhalb von 24 Stunden in den deutschen Handel geliefert. Kurze Transportwege und eingespielte Logistik sichern frische Ware für den Verkauf.

Keukenhof: 75 Jahre Blütenparadies

Mit der Tulpensaison verbunden ist auch der Keukenhof, der in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert. Vom 21. März bis 12. Mai verwandeln Millionen im Herbst gesetzter Blumenzwiebeln den Park in ein weitläufiges Blütenmeer. Für viele Besucher zählt die Anlage zu den wichtigsten Reisezielen im Frühjahr.

Ursprünglich war der Keukenhof als branchenspezifisches Schaufenster des niederländischen Blumenzwiebelsektors gedacht. Züchter präsentierten dort ihre Sortimente und Neuzüchtungen Fachkollegen und Händlern. Heute ist der Park zugleich internationales Publikumsmagnet und Plattform für Sortenneuheiten.

Der Keukenhof liegt im sogenannten Bollenstreek zwischen Haarlem und Leiden. In der umliegenden Region prägen großflächige Anbauflächen mit Tulpen, Narzissen und Hyazinthen das Landschaftsbild. Die geometrisch angelegten Felder erinnern in ihrer Farbigkeit an ein Gemälde von Piet Mondrian.

Warum die Blüten auf dem Feld geköpft werden

Viele Besucher gehen davon aus, dass die Tulpen auf den Feldern später als Schnittblumen verkauft werden. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Flächen zur Blumenzwiebelproduktion. Die dort blühenden Tulpen werden nicht geschnitten, sondern im Stadium voller Blüte maschinell geköpft.

Dieses Vorgehen dient einem klaren gärtnerischen Zweck. Die Pflanzen sollen keine Samen ausbilden, da dies Kraft kosten würde. Stattdessen verbleiben die Stiele auf dem Feld und welken, während die Zwiebeln im Boden weiter an Stärke gewinnen und an Umfang zulegen.

Im Spätsommer werden die ausgereiften Zwiebeln geerntet. Sie gelangen anschließend in den Handel oder in eine der rund 400 niederländischen Tulpengärtnereien. Dort werden sie bei 16 bis 18 Grad Celsius im Gewächshaus innerhalb von etwa drei Wochen zur Blüte getrieben.

Geerntet wird mehrmals täglich, sobald die Knospen Farbe zeigen. In diesem Stadium ist die Haltbarkeit in der Vase am längsten. So erklärt sich, warum Tulpen in der Schnittblumensaison nicht nur optisch, sondern auch qualitativ überzeugen.

31.03.2024

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