Einblicke in die Verbandsarbeit und Zukunftsperspektiven
Ludger Plaßmann und Dr. Michael Marrett-Foßen, die Führungsspitze des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg (FGL HH), feiern in diesem Sommer ihren 60. Geburtstag. Plaßmann übernahm im März 2021 den Verbandsvorsitz, während Marrett-Foßen seit 16 Jahren als Hauptgeschäftsführer tätig ist. Anlässlich dieses doppelten Jubiläums ziehen sie Bilanz und geben Einblicke in die Zukunft des Verbandes.
Wandel und Bürokratie im GaLaBau
Die Digitalisierung hat das Tagesgeschäft und die Informationspolitik im Verband dynamischer und schnelllebiger gemacht. Michael Marrett-Foßen betont die Notwendigkeit größtmöglicher Flexibilität, da der Verband nun rund um die Uhr erreichbar sei. Ludger Plaßmann hingegen kritisiert die zunehmende Bürokratie in Hamburg, die ein großes Problem für die Branche darstelle. Früher sei der Kontakt zu den Behörden direkter gewesen, während heute ein enormer bürokratischer Aufwand betrieben werde.
Das stimmt! Wir reden seit zehn Jahren darüber, die Bürokratie zu entschlacken, aber es wird immer schlimmer!
Positiv bewertet Plaßmann die Entwicklung flacherer Hierarchien in den GaLaBau-Unternehmen, die eine offenere Kommunikation mit den Mitarbeitenden ermöglichen. Dies sei sowohl auf den Fachkräftemangel als auch auf einen moderneren Führungsstil zurückzuführen.
Herausforderungen und positive Entwicklungen
Trotz aktueller Krisen stehen die GaLaBau-Fachbetriebe in Hamburg gut da. Der rot-grüne Senat investiert in das Stadtgrün, es gibt zahlreiche städtebauliche Projekte, und Privatkunden zeigen sich in der Metropolregion Hamburg weiterhin investitionsbereit. Michael Marrett-Foßen blickt hoffnungsvoll in die Zukunft und sieht den Verband und seine Mitglieder als wichtige Partner für Politik und Verwaltung bei der Bekämpfung des Klimawandels. Als erster Landesverband habe der FGL HH eine Gründachstrategie entwickelt, die heute im Weißbuch Stadtgrün verankert ist und als Vorbild für andere Bundesländer dient.
Herausforderungen bleiben der Fachkräftemangel und die Nachfolge in vielen Betrieben. Die Stimmung unter den Mitgliedern des FGL HH wird jedoch als gut beschrieben. Dies zeige sich unter anderem an der hohen Teilnehmerzahl beim Sommerfest. Besonders kleinere und mittlere Betriebe seien positiv gestimmt, da sie flexibler auf Veränderungen reagieren könnten und häufig Privatkunden betreuen.
Dienstleistungsgedanke und Bündelung der Kräfte
Ludger Plaßmann bekräftigt den Dienstleistungsgedanken des Hamburger Fachverbandes. Der Verband biete ein breit gefächertes Dienstleistungspaket, darunter Meisterkurse, einen Unternehmens-Check, ein umfangreiches Seminarprogramm und die GaLaBau-Fachtagung. Es werde kontinuierlich darüber nachgedacht, wie der Verband noch besser werden könne, beispielsweise durch einen "Bürokratie-Service", der Mitgliedsbetriebe bei der Bewältigung bürokratischer Hürden unterstützen soll.
In Hamburg bündeln die GaLaBauer ihre Kräfte nicht nur innerhalb des Verbandes, sondern auch im Rahmen der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft (HBAW). Dieses Bündnis kommuniziert gezielt die Anliegen der Bauwirtschaft an den Hamburger Senat und die Behörden, etwa in Bezug auf Entbürokratisierung und Handwerkerparken. Innerhalb des FGL HH wird aktuell intensiv an der Hamburger Baumschutzsatzung gearbeitet, um Optimierungsvorschläge einzubringen.
Zukunftsfähigkeit und Nachfolgeplanung
Für die Zukunftsfähigkeit des Verbandes stehen die aktive Verjüngung des Vorstands und die frühzeitige Planung der Nachfolge für die Positionen des Verbandsgeschäftsführers und Vorsitzenden im Fokus. Eine enge Kooperation mit den norddeutschen Schwesterverbänden, beispielsweise durch gemeinsame Homepages, Social-Media-Präsenzen und den Landschaftsgärtner-Cup Nord, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie.
Michael Marrett-Foßen plant, die Geschäftsstelle langfristig zukunftsfähig aufzustellen und kompetente Nachfolger zu finden und aufzubauen. Er kann sich vorstellen, seinen Nachfolger bereits ein bis zwei Jahre vor der Amtsübernahme in den Verband zu holen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
Mein Ziel ist es, den FGL HH, der einen Großteil meines Berufslebens mein Mittelpunkt war, in gute Hände zu geben!
