Parlamentarische Initiative für den Schutz von Alleen
Die interfraktionelle Parlamentsgruppe „Kulturgut Alleen“ setzte ihre Arbeit am 8. September 2016 im Bundestag fort. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. nahm als Experte an der Herbstsitzung teil. Helmut Selders, Präsident des BdB, äußerte sich zur aktuellen Situation der Alleen in Deutschland.
Die Neuregelung der Verkehrssicherheitsrichtlinie RPS 2009 führt nach wie vor zu einem Verschwinden von bestehenden Alleen und hemmt in weiten Teilen die Neuanpflanzung. Daher begrüßen wir es, dass der politische Kampf um das Kulturgut Alleen mit der heutigen Sitzung weitergeführt und verstetigt wird.
Die Parlamentsgruppe, geleitet vom CSU-Abgeordneten Josef Göppel, befasste sich unter anderem mit einem Beschluss der Umweltministerkonferenz vom Juni 2016. Dieser Beschluss forderte den Bundesverkehrsminister zu einer stärkeren Berücksichtigung von Alleen auf.
Kartierung und Lösungsansätze
Ein weiteres Thema der Sitzung war die Notwendigkeit einer umfassenden Kartierung von Alleen in Deutschland. Diese Kartierung soll als Grundlage für die weitere politische Diskussion dienen.
Wir messen der Parlamentsgruppe eine große Bedeutung zu. Nur wenn wir das Thema ‚Alleen‘ permanent in der öffentlichen Diskussion halten, vermeiden wir das schleichende Verschwinden dieses großen Kulturgutes aus unseren Landschaften. Denn wenn erst einmal die Säge angesetzt wird, ist es zu spät.
Selders betonte, dass die Themen Straßenbäume und Verkehrssicherheit nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Es gehe darum, Lösungsansätze zu finden, um beides miteinander zu verbinden. Ein möglicher Ansatz sei ein generelles Tempolimit in Alleen.
Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Selders zuversichtlich, dass das autonome Fahren die aktuelle Diskussion in einigen Jahren obsolet machen könnte.
Es wäre sträflich, wenn wir heute Alleen vernichten würden, die im Rahmen von selbstfahrenden Autos in wenigen Jahren kein nennenswertes Sicherheitsrisiko mehr darstellen.
