Allgemeines

Öko-Landbau wächst weiter: Flächen und Betriebe legen deutlich zu

Der Öko-Landbau wächst weiter: 2019 steigen Fläche und Betriebszahlen deutlich. Staatliche Förderprogramme und steigende Nachfrage sorgen für anhaltende Dynamik in der Branche.

Förderpolitik und Nachfrage treiben nachhaltige Bewirtschaftung voran

Der ökologische Landbau in Deutschland verzeichnet weiterhin ein dynamisches Wachstum. Im Jahr 2019 wurde die ökologisch bewirtschaftete Fläche um rund 116.000 Hektar ausgeweitet und erreichte damit insgesamt etwa 1,6 Millionen Hektar. Das entspricht einem Anstieg von 7,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit liegt der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche inzwischen bei rund 9,7 Prozent. Parallel dazu stieg auch die Zahl der Betriebe: Mit rund 34.110 ökologisch wirtschaftenden Unternehmen ergibt sich ein Plus von etwa 7,6 Prozent.

Politik setzt auf Kombination aus Förderung und Marktentwicklung

Die Entwicklung wird durch verschiedene Förderinstrumente gestützt, die sowohl die Umstellung als auch die Beibehaltung der ökologischen Bewirtschaftung unterstützen. Ziel ist es, die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten zu bedienen und gleichzeitig nachhaltige Produktionsweisen zu stärken.

„Die Zahlen belegen, dass unsere gezielte Förderung wirkt: Wir unterstützen Landwirte dabei, wenn sie auf Öko-Landbau umstellen – und wir fördern auch, wenn sie bei dieser kostenintensiveren Bewirtschaftung bleiben. Die aktuellen Strukturdaten zeigen, dass wir damit an der richtigen Stelle ansetzen: Immer mehr Landwirte haben Lust auf Öko-Landbau. Und damit können sie auch die steigende Nachfrage der deutschen Verbraucher nach Biolebensmitteln besser bedienen. Wichtig ist mir: Ökologische und konventionelle Landwirtschaft sollen sich ergänzen, Synergien schaffen – damit der Öko-Landbau effizienter und der konventionelle Anbau ressourcenschonender wird.“

Breites Förderspektrum für Betriebe

Die Unterstützung des ökologischen Landbaus erfolgt über mehrere Programme auf nationaler und europäischer Ebene. Zentrale Instrumente sind:

  • Flächenprämien im Rahmen der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für Umstellung und Beibehaltung
  • Direktzahlungen der ersten Säule der GAP, darunter Basis- und Greening-Prämien
  • Forschungs- und Wissenstransferprogramme wie das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖLN)
  • Förderung von Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse
  • Unterstützung innovativer Konzepte durch den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau

Allein für Umstellungs- und Beibehaltungsprämien wurden 2018 rund 110 Millionen Euro bereitgestellt. Hinzu kommen etwa 435 Millionen Euro an Direktzahlungen aus der ersten Säule der GAP. Für Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer stehen im Rahmen des BÖLN im Jahr 2020 rund 28,85 Millionen Euro zur Verfügung.

Regionale Schwerpunkte im Süden und Osten

Ein Blick auf die Flächenverteilung zeigt deutliche regionale Unterschiede. Den größten Anteil an der ökologisch bewirtschafteten Fläche haben Bayern mit rund 23 Prozent und Baden-Württemberg mit etwa 12 Prozent. Es folgen Brandenburg mit rund 11 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 10 Prozent.

Bezogen auf den Anteil an der jeweiligen landwirtschaftlichen Fläche führen das Saarland mit 18,1 Prozent und Hessen mit 15,5 Prozent. Baden-Württemberg und Brandenburg liegen hier gleichauf bei jeweils 13,2 Prozent.

Relevanz für den GaLaBau

Auch wenn der Schwerpunkt im Gartenbau liegt, ergeben sich indirekte Auswirkungen auf den Garten- und Landschaftsbau. Die steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten und nachhaltigen Verfahren beeinflusst zunehmend auch öffentliche Ausschreibungen und private Projekte.

Für GaLaBau-Betriebe gewinnen damit Aspekte wie ressourcenschonende Bewirtschaftung, nachhaltige Materialien und naturnahe Gestaltung weiter an Bedeutung. Die Entwicklung im Öko-Landbau liefert hierfür wichtige Impulse entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

14.07.2020

Zurück