Entlastung für landwirtschaftliche Betriebe
Die Möglichkeit zur kurzfristigen Beschäftigung von Saisonarbeitskräften wurde von 70 auf 102 Tage erweitert. Diese Regelung ist befristet bis Oktober 2021 und soll landwirtschaftliche Betriebe entlasten. Sie zielt darauf ab, die Verfügbarkeit von Arbeitskräften während der Corona-Pandemie sicherzustellen.
Dass die kurzfristige Beschäftigung für Saisonarbeitskräfte statt für nur 70 nun wieder für 102 Tage möglich ist, entlastet die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe deutlich und hilft in einer ohnehin schwierigen Phase.
Dies erklärte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die sich für diese Maßnahme in Berlin eingesetzt hatte. Durch die Ausweitung soll es einfacher werden, fehlende Saisonarbeitskräfte zu ersetzen. Gleichzeitig kann die Anzahl der Ein- und Ausreisen reduziert werden, was zur Verringerung von Infektionsmöglichkeiten beitragen soll.
Bedeutung für die Landwirtschaft
Bereits im Jahr 2020 wurde die kurzfristige sozialversicherungsfreie Beschäftigung ausgeweitet. Die Ministerin betonte die Bedeutung der Saisonarbeitskräfte, insbesondere für handarbeitsintensive Sonderkulturen.
Saisonarbeitskräfte sind für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, vor allem im Bereich der handarbeitsintensiven Sonderkulturen, unverzichtbar. In der Pandemie ist ganz vielen Menschen bewusst geworden, dass die Landwirtschaft systemrelevant ist. Und die Landwirtschaft hat gezeigt, dass in der Krise Verlass auf sie ist.
Die bayerische Landwirtschaft ist bis in den Herbst auf die Unterstützung von Saisonarbeitskräften angewiesen. Aktuell sind diese Kräfte in der Spargelernte, bei Frühjahrsarbeiten im Hopfen sowie bei Saat und Pflanzung im Gemüsebau tätig. Später folgen die Obsternte und die Weinlese.
Die beschlossene Ausweitung ist das richtige Zeichen für unsere Betriebe. Außerdem senkt ein längerer Verbleib der Arbeitskräfte am Betrieb auch das Risiko der weiteren Virusverbreitung – das hilft uns allen.
Kaniber hob hervor, dass viele Sonderkulturen einen hohen Arbeitskräftebedarf haben. Sie betonte die Notwendigkeit, frisches regionales Gemüse und Obst zu ernten, was ohne die Unterstützung der Saisonarbeitskräfte nicht möglich wäre.
Infektionsschutzmaßnahmen und Informationsmaterial
Um das Infektionsrisiko auf den Betrieben gering zu halten, steht umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Dazu gehört ein Videobeitrag des Landwirtschaftsministeriums, der exemplarische Maßnahmen aufzeigt. Das rund fünfminütige Video bietet Arbeitgebern und Arbeitnehmern wichtige Tipps zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen.
Das Video ist in deutscher Sprache sowie mit Übersetzungen in Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch verfügbar.
