Dünger und Substrate, Pflanzen und Pflanzenteile

Lage am Düngemittelmarkt bleibt angespannt

Trotz leichter Preisrückgänge bei einzelnen Rohstoffen bleibt der Düngemittelmarkt angespannt. Eine Umfrage des Industrieverbandes Garten (IVG) e.V. zeigt, dass mittelfristig keine Entspannung zu erwarten ist. Hohe Gaspreise und Rohstoffengpässe sind die Hauptursachen.

Hintergründe der anhaltenden Marktanspannung

Trotz geringfügiger Preisrückgänge bei einzelnen Rohstoffen in den letzten Wochen, die teilweise als Entspannung am Markt interpretiert werden, bleibt die Situation am Düngemittelmarkt angespannt. Eine Umfrage des Industrieverbandes Garten (IVG) e.V. unter den Mitgliedern der Fachabteilung Pflanzenernährung, -gesundheit und -pflege (PEGP) zeigt, dass mittelfristig nicht mit Preisrückgängen zu rechnen ist.

Ein wesentlicher Faktor für die anhaltende Anspannung ist der hohe Gaspreis, der für die Stickstoffproduktion unerlässlich ist. Bereits im Frühjahr 2022 kam es zu vorübergehenden Produktionseinstellungen, die angesichts der Gaspreisentwicklung auch für die nähere Zukunft nicht ausgeschlossen werden können. Die Umfrage prognostiziert zudem weiterhin Rohstoffengpässe und Lieferprobleme. Diese resultieren aus Exportbeschränkungen von Nationen wie Russland, China, der Ukraine und Belarus während der Corona-Pandemie sowie aktuellen Sanktionen.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat eine zusätzliche Verknappung der Rohstoffverfügbarkeit zur Folge. Besonders betroffen sind mineralische Dünger wie Stickstoff, Kali und Phosphat sowie organische Dünger wie Hornspäne und landwirtschaftliche Nebenprodukte. Die Kosten für Harnstoff stiegen für IVG-Mitgliedsfirmen seit April 2021 um bis zu 50 Prozent. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich bei den wichtigsten Rohstoffen für Kalium- und Phosphor-Nährstoffe mit Preisanstiegen von rund 65 beziehungsweise 100 Prozent.

Bei Fertigprodukten wie Flüssigdüngern für den Hobbybereich sind die Rohstoffpreise seit Januar 2022 um etwa 20 Prozent gestiegen, was einer Teuerung von rund 55 Prozent innerhalb von drei Quartalen entspricht. Gleichzeitig steigt die globale Nachfrage nach den benötigten Rohstoffen. Auch wichtige Komponenten für gartenbaulich genutzte Dünger, wie Chelate und spezielle Nebenprodukte aus der Ölindustrie, sind nicht mehr im gewohnten Umfang verfügbar. Die Nichtlieferfähigkeit einzelner Komponenten von Mischdüngern führt dazu, dass spezielle, hochwertige Komplexdünger nicht produziert werden können.

Dies hat zur Folge, dass Gartenbaubetriebe auf alternative Komplexdünger ausweichen müssen.

Durch die Verwendung einer minimal abweichenden Düngerzusammensetzung kann es dazu führen, dass die Produktion in gärtnerischen Betrieben dementsprechend umgestellt werden muss. Dies führt zu einem hohen Beratungsaufwand seitens der Düngerhersteller.

erklärt Robert Scheuß, Referent Gartenbau beim IVG.

Weitere Faktoren erschweren die Lage der Unternehmen

Neben den Rohstoffen sind auch Paletten und Verpackungen knapp, was zu stark gestiegenen Kosten in diesem Bereich führt. Bereits bestehende Lieferverzögerungen seit der Corona-Pandemie werden durch die aktuelle geopolitische Lage verstärkt, da viele Speditionen russische oder ukrainische Fahrer einsetzten, die nun fehlen. Zudem belasten coronabedingte Personalausfälle die Unternehmen weiterhin. Stündlich schwankende Preise erschweren die Planungssicherheit, und fehlende Lagermöglichkeiten für Rohstoffe führen dazu, dass überwiegend "Just-in-Time" zugekauft und produziert wird.

Mit weiteren Preiserhöhungen ist zu rechnen

Die jüngsten Kostensteigerungen wurden in der laufenden Gartensaison, insbesondere im Consumer-Bereich, nur teilweise an die Kunden weitergegeben.

Neben den bisherigen Preissteigerungen ist es sehr wahrscheinlich, dass weitere Preiserhöhungen folgen werden.

so Scheuß. Angesichts des anhaltenden Konflikts in der Ukraine und der negativen Entwicklungen im Energiesektor rechnen die Unternehmen laut Umfrage mit weiteren Kosten- und Preissteigerungen sowie noch gravierenderen Engpässen bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen und somit von Düngemitteln.

12.07.2022

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Industrieverband Garten (IVG) e.V.

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40549Düsseldorf
Deutschland

Tel.:+49 211 909998-00
Fax:+49 211 909998-51

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