Beschäftigungsstruktur in der Landwirtschaft: Weniger Betriebe, steigende Effizienz
Zwischen 2010 und 2020 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland um rund 13 Prozent zurückgegangen. Trotz dieses deutlichen Strukturwandels blieb die durchschnittliche Anzahl der Arbeitskräfte je Betrieb mit 3,6 nahezu unverändert. Parallel dazu verringerte sich jedoch die Arbeitskräftekonzentration je Fläche deutlich.
So sank die Zahl der Arbeitskräfte je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche von 6,6 im Jahr 2010 auf 5,6 im Jahr 2020. Diese Entwicklung ist vor allem auf wachsende Betriebsgrößen sowie die weiter fortschreitende Technisierung und Digitalisierung in der Landwirtschaft zurückzuführen.
Familienarbeitskräfte weiterhin tragende Säule
Annähernd die Hälfte der in der Landwirtschaft tätigen Personen waren 2020 Familienarbeitskräfte. Insgesamt arbeiteten 434.400 Familienarbeitskräfte in Einzelunternehmen. Daneben beschäftigten die Betriebe 228.900 ständig angestellte Arbeitskräfte sowie 274.700 Saisonarbeitskräfte.
Mit einem Anteil von 46 Prozent stellen Familienarbeitskräfte weiterhin eine tragende Säule der landwirtschaftlichen Arbeit dar. Ihre Bedeutung variiert jedoch deutlich zwischen den Regionen und den jeweiligen Betriebsstrukturen.
Deutliche Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland
Regionale Unterschiede in den Betriebsformen spiegeln sich auch klar in der Beschäftigtenstruktur wider. In den westlichen Bundesländern überwogen 2020 die in Einzelunternehmen tätigen Familienarbeitskräfte mit rund 408.600 Personen. Das entsprach 51 Prozent aller dort beschäftigten Arbeitskräfte.
Weitere 19 Prozent entfielen in Westdeutschland auf ständig angestellte Arbeitskräfte, während Saisonarbeitskräfte einen Anteil von 30 Prozent ausmachten. In Ostdeutschland zeigte sich dagegen ein anderes Bild.
Dort dominierten aufgrund des hohen Anteils an Personengesellschaften und juristischen Personen die ständig angestellten Arbeitskräfte. Von insgesamt 135.000 Arbeitskräften entfielen 55 Prozent auf diese Gruppe, während Familienarbeitskräfte 19 Prozent und Saisonarbeitskräfte 26 Prozent stellten.
Saisonarbeitskräfte stark kulturabhängig
Der Einsatz von Saisonarbeitskräften wird weniger durch die geografische Lage als vielmehr durch die angebauten Kulturen bestimmt. Besonders hoch ist ihr Anteil in Bundesländern mit starkem Schwerpunkt auf Obst-, Gemüse- und Weinbau.
So machten Saisonarbeitskräfte in Rheinland-Pfalz 50 Prozent aller Arbeitskräfte aus, in Hamburg 44 Prozent und in Brandenburg 40 Prozent. Auch in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen stellten sie rund ein Drittel der Beschäftigten in der Landwirtschaft.
Frauenanteil und Qualifikation der Betriebsleitungen
Insgesamt lag der Frauenanteil unter den in der Landwirtschaft tätigen Personen bei etwa einem Drittel. Während dieser Anteil bei Familienarbeitskräften mit 33 Prozent und bei ständig Beschäftigten mit 32 Prozent ähnlich hoch war, lag er bei den Saisonarbeitskräften mit 43 Prozent deutlich darüber.
Auf der Führungsebene zeigte sich hingegen ein deutlich geringerer Frauenanteil. Nur jeder neunte landwirtschaftliche Betrieb wurde 2020 von einer Frau geleitet.
Zwei Drittel aller Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter verfügten über eine landwirtschaftliche Berufsausbildung. Knapp die Hälfte hatte eine berufliche Lehre, eine Berufsschule oder eine einjährige Fachschule absolviert. 36 Prozent verfügten über eine Meisterfortbildung oder einen Abschluss an einer höheren Landbauschule, während rund 14 Prozent ein Hochschulstudium abgeschlossen hatten.
Ein Drittel der Betriebsleitungen stützte sich ausschließlich auf praktische Berufserfahrung ohne formale landwirtschaftliche Berufsausbildung.
