Qualität aus Nordrhein-Westfalen: Mandevilla-Anbau in Deutschland
Entgegen der Annahme, diese exotischen Kletterpflanzen müssten importiert werden, haben deutsche Gärtner über Jahre hinweg an der Vermehrung und Pflege experimentiert. Ziel war es, blühfreudige Exemplare in hoher Qualität anzubieten. Eine führende Rolle in der Mandevilla-Produktion spielt der Familienbetrieb Topfpflanzen Hannen aus Kleve in Nordrhein-Westfalen. Dort werden Mandevilla in verschiedenen Größen, Formen und Farben in modernen Gewächshäusern kultiviert. Alle Pflanzen stammen von eigenen Mutterpflanzen und werden vom Steckling bis zur verkaufsfertigen Pflanze im Betrieb aufgezogen.
Die Gärtner kümmern sich neun bis elf Monate um jedes Exemplar, bevor es in den Fachhandel gelangt. Die heimische Produktion vermeidet lange Transportwege und trägt zum Umweltschutz bei, da der Pflanzenschutz überwiegend über Nützlinge erfolgt. Pflanzen aus Nordrhein-Westfalen sind bei Kunden beliebt, da sie unter hiesigen „kühlen“ Bedingungen kultiviert werden und dadurch abgehärtet und kompakt geliefert werden. Im Gegensatz zu Pflanzen aus Südeuropa bilden sie bei ausreichend Licht keine langen Peitschentriebe.
Herausforderungen und Fortschritte im Mandevilla-Anbau
Gärtnermeister Michael Hannen lernte die Mandevilla ursprünglich in den 1980er Jahren in Dänemark als Zimmerpflanze kennen. Dort wuchsen die Pflanzen aufgrund von Lichtmangel zwar üppig, blühten jedoch kaum. Er brachte die Mandevilla an den Niederrhein. Nach zahlreichen Versuchen konnte der Topfpflanzenbetrieb Anfang der 1990er Jahre kleinwüchsige, ausdauernd blühende Sorten für Balkon und Terrasse in den Handel bringen.
Die Wurzelbildung der Stecklinge und das schwache Tageslicht in der Winterzeit stellt uns Mandevilla-Gärtner vor besondere Herausforderungen.
Eine Vermehrung zuhause ist daher nicht erfolgreich, und die Überwinterung großer Pflanzen führt meist dazu, dass sie erst in den späten Sommermonaten blühen.
Kombinationsmöglichkeiten und wichtige Kaufkriterien
Qualitativ hochwertige Gärtnerware aus Nordrhein-Westfalen präsentiert sich ab Ende März als ansprechender Anblick. Die Mandevilla zeichnen sich durch eine Kombination aus Blüten, dicken Knospen und kleinen Knospenansätzen an den Spitzen der Pflanze aus. Sie lassen sich gut mit nicht blühenden Pflanzen kombinieren, die ebenfalls wenig Wasser benötigen, wie Gräser und Efeu. Eine Kombination verschiedener Blütenfarben kann ein attraktives Gesamtbild ergeben. Mehrere kleinere Exemplare können in einem Ring gruppiert werden, oder Solitärpflanzen in einem großen Topf zu einem Blütenmeer arrangiert werden.
Beim Kauf von Mandevilla sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Ein kompakter Wuchs ist ein Zeichen guter Qualität. Die Pflanze sollte nicht auseinanderfallen.
- Feste Triebe mit eng hintereinander folgenden Blättern sind ideal. Peitschentriebe deuten auf Lichtmangel hin und bilden keine Knospen.
- Hochwertige Pflanzen weisen im oberen Bereich mehrere große und kleine Knospen sowie offene Blüten auf. Werden Blüten abgeworfen, kann dies auf zu lange Dunkelheit, beispielsweise während des Transports, hindeuten.
- Viele gelbe Blätter sind ebenfalls ein Zeichen von Lichtmangel. Eine leichte Gelbfärbung übereinanderliegender Blätter bei aufgebundenen Exemplaren ist hingegen normal.
- Ein tropfnasser Topf deutet auf falsche Pflege hin, da Mandevilla keine übermäßige Feuchtigkeit vertragen. Erfahrene Gärtner gießen daher sparsam.
Professionelle Pflegetipps für Ihre Mandevilla
Wer im April oder Mai eine Mandevilla kauft, sollte die Nachttemperaturen beachten, da Frost großen Schaden anrichten kann. Bei Temperaturen unter null Grad müssen die Pflanzen abgedeckt oder ins Haus geholt werden.
Außerdem sollten Mandevilla in den ersten Tagen vor zu starker Sonne geschützt werden – da sie aus dem Gewächshaus kommen, holen sie sich sonst einen Sonnenbrand.
Danach vertragen Mandevilla Sonne gut. Mehr Licht fördert die Entwicklung und Blütenpracht der Pflanze. Aufgrund ihrer Speicherwurzeln sollten sie nur sparsam gegossen werden. Eine regelmäßige Versorgung mit Flüssigdünger aus dem Fachhandel regt die Blütenbildung an.
Den Dünger wenden Sie bitte genau nach Gebrauchsanweisung an.
Beim Umtopfen empfiehlt der Profi, hochwertige Pflanzerde zu verwenden. Die Speicherwurzeln dürfen dabei nicht beschädigt werden, um das Absterben von Trieben zu vermeiden. Gesunde Triebe sollten nicht beschnitten werden, da sich an den Spitzen Knospen und neue Blätter bilden.