Allgemeines, Naturschutz

Mehr Meisen, Buntspechte und Eichelhäher in Gärten gesichtet

Die „Stunde der Wintervögel“ verzeichnete eine erhöhte Präsenz von Meisen, Buntspechten und Eichelhähern. Kohl- und Blaumeisen zeigten deutliche Zuwächse. Auch Amseln und typische Wintergäste wurden häufiger beobachtet, was auf günstige Bedingungen und Zuzug aus Osteuropa hindeutet.

Ergebnisse der Vogelzählung: Zuwächse und Besonderheiten

Die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ von NABU und LBV verzeichnete am vergangenen Wochenende eine erhöhte Präsenz von Meisen. Die Kohlmeise belegte mit einem Plus von 14 Prozent zum Vorjahr den zweiten Platz der am häufigsten gesichteten Vögel, gefolgt von der Blaumeise mit einem Anstieg von 10 Prozent.

Der Haussperling führte erneut die Liste der gesichteten Vögel an. Insgesamt lag die durchschnittliche Anzahl der pro Garten beobachteten Vögel bei 34,7, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr (34,0) darstellt. Die Erwartung der Ornithologen, dass mehr Waldvögel an die Futterstellen kommen würden, bestätigte sich teilweise. Neben den Meisen wurden auch Eichelhäher, Buchfink, Gimpel und Buntspecht häufiger gesichtet.

Zwar gab es außer bei den Meisen auch ein Plus bei Eichelhähern, Buchfink, Gimpel und Buntspecht. Aber Grünfinken, die auch Waldbewohner sind, wurden kaum häufiger als im vergangenen Jahr beobachtet. Hier liege die Vermutung nahe, dass die Population immer noch durch die Auswirkungen der Trichomoniasis leide – die tödliche Krankheit ist seit einigen Jahren unter Grünfinken verbreitet.

Die Amseln zeigten sich in diesem Jahr wieder vermehrt an den Futterhäusern, mit einem Anstieg von 20 Prozent. Dies wird auf die Anwesenheit von Artgenossen aus Osteuropa, sogenannten „Waldamseln“, zurückgeführt, die sich in größeren Siedlungen zu den „Stadtamseln“ gesellten. Auch typische Wintergäste wie Erlen- und Birkenzeisige wurden häufiger beobachtet, mit einem Plus von 30 Prozent beziehungsweise 87 Prozent im Vergleich zu 2023.

Eine ungewöhnliche Sichtung war ein Schwarzstorch im Rhein-Neckar-Raum, da diese Art als Langstreckenzieher normalerweise in Afrika überwintert. Der Wintereinbruch mit Schneefall zu Beginn der Zählung, nach tagelangen Regenfällen und Hochwasser, schuf offenbar günstige Bedingungen für die Vogelbeobachtung an Futterstellen in Gärten und Parks.

Teilnahme und Hintergrund der Aktion

Bislang haben fast 98.000 Personen ihre Vogelsichtungen an NABU und LBV gemeldet. Nachmeldungen sind noch bis zum 15. Januar über die Webseite www.stundederwintervoegel.de und die App „NABU Vogelwelt“ möglich. Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion in Deutschland und wurde zum 14. Mal durchgeführt. Im Vorjahr nahmen knapp 100.000 Menschen teil. Die NAJU lädt zudem mit der „Schulstunde der Wintervögel“ noch bis zum 12. Januar 2024 Kinder ein, die heimischen Wintervögel spielerisch kennenzulernen und zu zählen.

09.01.2024

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